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Gänsehaut-Feeling bei Zeugnis-Übergabe

Von Beatrix Gulde 08.10.2006, 15:33

Jeßnitz/MZ. - Insgesamt wurden 51 junge Leute als Gesellen des Fleischerhandwerks beziehungsweise Fleischerei-Fachverkäuferin freigesprochen. Bester weiblicher Lehrling im Fleischereihandwerk - alle drei Teile der Prüfung wurden von ihr mit Eins absolviert - ist Nadine Lachmann vom Bauerngut Könnern. Ihren Abschluss als Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Fachrichtung Fleischerei, nahmen 24 junge Frauen stolz entgegen. Beste von ihnen: Sabrina Knape, sie lernte in der Reinsdorfer Fleisch- und Wurstwaren-Manufaktur GmbH und bestand alle Prüfungen mit der Note Zwei.

Paul Lehmann, Obermeister der Fleischerei-Innung Bitterfeld, würdigte die erreichten Leistungen der jungen Menschen. "Manchem ist es in den ersten Wochen der Ausbildung nicht leicht gefallen. Der eine oder andere dachte sogar, dass schaff ich nie", blickte Lehmann zurück. "Heute nun freue ich mich, dass ihre Mühen belohnt werden."

Einen Rat gab Lehmann allen: "Stetes Weiterlernen ist heutzutage angesagt. Überall ist geschultes Fachpersonal wichtig. Denn ein Geselle ist, der kann. Ein Meister, der was ersann, jedoch ein Lehrling ist jedermann", zitierte Lehmann einen alten Handwerkerspruch.

Mit Blick auf die Gammelfleischskandale sieht Lehmann gute Chance für das Fleischerhandwerk. Und zwar darin, sich von Billigangeboten mit qualitätsvollen Produkten abzuheben. Der Verbraucher wisse beim Fleischereihandwerker, woher er sein Fleisch bezieht und kann mit bestem Gewissen kaufen und verzehren.

Bei der sich Übergabe der Zeugnisse stand manchem die Rührung ins Gesicht geschrieben. Drei lange Jahre des Lernens waren gemeistert. "Eine Herausforderung war es für mich, selbstständiger zu werden", sagte René Peters, der in der Fleischerei Kohlmann in Greppin seine Lehre erfolgreich beendete.

Jedoch ein Wermutstropfen fiel in den Becher der Freude. Nicht jeder hat bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Christin Hentschel aus Roßlau lernte in Zerbst. "Dem Familienbetrieb", so sagte sie, "fehlte die finanzielle Kraft, mich als Fleischerei-Fachverkäuferin zu übernehmen". Doch die 24-Jährige ist optimistisch. "Ich will mich bundesweit bewerben und bin Dank Auto mobil", schaut die junge Frau hoffnungsfroh in die Zukunft.

Eine Anstellung, wenn auch keine Vollzeitstelle, hat Yvonne Anett Bohnenstengel in Aussicht. Sie will sich aber weiter nach Besserem umsehen. Fest im beruflichen Sattel, zunächst für 18 Monate, sitzt Steffen Wittig. Der junge Mann wurde von der Fleischerei Ogkler in Wörlitz eingestellt.