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Anhalt-Bitterfeld Anhalt-Bitterfeld: Toilette in Regionalbahn brennt

Von MICHAEL MAUL 08.03.2011, 18:08

GREPPIN/MZ. - Es ist 19.20 Uhr. "Ich hatte einen Brandgeruch wahrgenommen und war auch dem Hinweis von Reisenden gefolgt, die gesagt hatten, dass es brennt - vermutlich in der Toilette", gibt Müller, der um diese Zeit eigentlich schon fast zu Hause in Halle sein wollte, im Gespräch gegenüber der MZ wieder. Kurzerhand habe er den Feuerlöscher geschnappt und den Brand in dem engen Raum bekämpft.

Damit hatte er für die sichere Evakuierung der etwa 30 Fahrgäste erst einmal gesorgt, die in Greppin aussteigen mussten. Und als Lokführer Claus Schabacker die Bahn am Greppiner Haltepunkt zum Stehen gebracht hatte, war der Brand auf der Toilette im dritten Wagen des Zuges durch den freiwilligen Feuerwehrmann aus Halle schon gelöscht.

Der Lokführer informierte zeitgleich auch seine Leitstelle, die sich um die Abschaltung des Fahrstromes kümmerte sowie die Greppiner Feuerwehr, die mit insgesamt 15 Frauen und Männern zur Brandbekämpfung anrückte. Auch die Bitterfelder Kameraden hatten sich bereits auf den Weg gemacht - konnten ihren Einsatz aber wieder abbrechen, als sie sahen, dass sie nicht gebraucht werden.

"Es blieb uns nur noch eine Kontrolle des Brandherdes durchzuführen und eventuelle Brandnester zu löschen", sagte Greppins Wehrleiter Frank Roesner. "Unser hallesche Kollege hat schon ganze Arbeit geleistet", meint der Wehrleiter anerkennend.

Nachdem die Bundespolizei sowie der Notfallmanager der Deutschen Bahn eingetroffen waren, wurden erste Untersuchungen zur Brandursache aufgenommen. Einen technischen Defekt könne man fast ausschließen, sagte der hallesche Feuerwehrmann, und eine weggeworfene Zigarettenkippe wäre auch nicht ausschlaggebend für ein solches Feuer. "Da war bestimmt vorsätzliche Brandstiftung im Spiel", ist sich Müller sicher.

Die genaue Ursache des Brandes wird zurzeit noch durchgeführt, bestätigte auch Bianca Etzold, Pressesprecherin der Bundespolizei. Der beschädigte Wagen sei nach der regulären Fahrt nach Halle in die Abstellgruppe nach Dessau gefahren worden, um dort noch näher untersucht zu werden, so Etzold. Auch Hinweisen, nach denen drei verdächtige Personen in der Nähe der Toilette gesehen wurden, werde nachgegangen, so die Bundespolizei. Die weiteren Ermittlungen würden von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost in Dessau durchgeführt, sagte die Pressesprecherin.

So schlimm wie ein solcher Vorfall auch sei, hätte es noch viel schlimmer kommen können, möchte sich der Lokführer das Szenario im Wald bei Dessau ohne einen beherzten Feuerwehrmann gar nicht vorstellen. "Wir hatten noch einmal Glück im Unglück", sagte er abschließend und konnte nach Klärung der ersten Formalitäten gegen 20.45 Uhr seine Fahrt in Richtung Halle mit den Fahrgästen fortsetzen, nachdem der beschädigte Wagen zugeschlossen worden war.