Anhalt-Bitterfeld Anhalt-Bitterfeld: Mädchen und Jungen lassen die bunten Blätter tanzen
QUETZDÖLSDORF/MZ. - Zum ersten Mal hatte das Landwirte-Ehepaar Ingelore und Wilfried Brakel auf seinen Hof in Quetzdölsdorf zum Erntedankfest eingeladen. Und die, die dabei waren, fanden nur lobende Worte über diese gelungene Premiere. "Damit hätten wir nicht gerechnet", zieht Wilfried Brakel eine erste Bilanz. Es habe sehr viel Spaß gemacht, die vielen interessierten Menschen begrüßen und bewirten zu können, meinte Brakel.
Anfangs sei man etwas skeptisch gewesen, ob denn das Konzept des Erntedankfestes auch angenommen werde, erzählt der Landwirt. Doch mit den Partnern, die er sich auf seinen Hof in Quetzdölsdorf geholt hatte, habe er den Nerv der Menschen getroffen, ist sich Brakel sicher. Vom Oldtimer über eine alte Dreschmaschine aus den 30er Jahre bis hin zum allerneusten landwirtschaftlichen Großgerät hatte Wilfried Brakel alles aufgestellt.
Und auch das, was rundherum noch geboten wurde, brauchte sich keinesfalls zu verstecken. Lustige Lieder der Mädchen und Jungen der örtlichen Kindertagesstätte "Abenteuerland" oder hawaianische Lieder und Tänze, vorgetragen von der Tanzgruppe "Lili Kalamela" aus Landsberg, bereicherten das Erntedankfest.
Auch wenn der Landwirtschaftsbetrieb des Ehepaares Brakel vor allem auf den Ackerbau ausgerichtet ist, hatten die beiden studierten Agraringenieure auch einige Tiere für die Kinder zum Streicheln parat. Und wer mit einer Pferdekutsche oder mit einem großen Traktor ein paar Runden über den Hof drehen wollte, konnte das ebenfalls tun.
Aber nicht nur Tiere waren zum Anfassen nahe, sondern es gab auch viel Interessantes zu entdecken. Das Leben und die Produkte der Honigbiene spielten dabei ebenso eine Rolle wie die Frucht des Herbstes, der Kürbis. Bei Mario Styrczowski konnte man jedenfalls allerlei leckere Dinge probieren, die aus oder mit Kürbis hergestellt wurden.
Ausschlaggebend für die Idee zum Erntedankfest war der vorjährige Tag der Regionen, bei dem auch schon viel Interessierte gekommen waren, erinnert sich der Landwirt. "Wir wollen mit solch einem Tag den Menschen und vor allem den Kindern die Landwirtschaft näher bringen", beschreibt Wilfried Brakel die Idee. Denn viele Stadtkinder kennen die meisten Tiere nur aus der Entfernung - aus Büchern, Kino oder Fernsehen. Das gleiche betreffe alte und neue Landtechnik.
Für Regina Engleitner, die Leiterin der Kindertagesstätte und ihre Kollegin Monika Kahsche war das Fest auch eine Gelegenheit, den 22 Mädchen und Jungen die Natur ein Stück näher zu bringen. "Wir leben und arbeiten nach dem fröbelschen Prinzip", beschreibt die Leiterin ihr Engagement für die Natur. Denn nichts sei lehrhafter als das ins Spiel einbezogene Naturmaterial.
Für das Ehepaar Brakel hatte sich das Fest auf alle Fälle gelohnt. "So viele fröhliche Menschen auf dem Hof bei so wunderbarem Wetter, das geschieht auch nicht alle Tage", gibt Ingelore Brakel ihrer Freude Ausdruck. Und wer dann auf dem Weg nach Hause in Richtung Zörbig hinter der etwa 80 Jahre alten Dreschmaschine, gezogen von einem ebenso alten Deutz-Traktor, langsam fahren musste, hatte noch einmal Zeit, das schöne Fest in seiner Erinnerung Revue passieren zu lassen."