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Anhalt-Bitterfeld Anhalt-Bitterfeld: Gedichte im Salegaster Forst

Von michael maul 09.04.2012, 16:31

jessnitz/MZ. - "Hermann Conradi war nicht nur ein Dichter und Schriftsteller aus Jeßnitz, er war gleichzeitig auch eine Gallionsfigur der Naturalisten", sagte Ursula Folta vom Jeßnitzer Heimatverein zu Beginn der diesjährige Wanderung durch den Salegaster Forst. Zu Ehren des streitbaren Dichters wurde im Jeßnitzer Busch schon vor vielen Jahren ein Wanderweg angelegt, der vorbei am Schlangenberg, dem Forsthaus Salegast, dem Gedenkstein der Blumenanlage aus dem Jahr 1925 bis hin zum Lober führt.

Etwa 50 Einwohner und Gäste hatten sich am Karfreitag vor dem Jeßnitzer Rathaus eingefunden, um gemeinsam mit dem Leiter des Kreiswanderwegeaktivs, Siegfried Rabehorst, die etwa sechs Kilometer lange Strecke durch den Wald zu abslovieren. Erfreulicherweise waren diesmal auch viele jüngere Leute und Kinder dabei, freute sich Rabenhorst, der sich schon seit 1961 mit dem Wandern an sich beschäftigt.

Für viele der Teilnehmer, zu denen sich auch Mitglieder der Wandergruppe der SG Chemie Wolfen gesellt hatten, war die Strecke nicht neu, andere wiederum ließen sich von Siegfreid Rabenhorst und Ursula Folta den Forst und den Jeßnitzer Dichter und Publizisten erklären. Frau Folta ließ es sich auch nicht nehmen, im Verlauf des Spazierganges einige Gedichte von Conradi zum Besten zu geben. Beim Gedicht von der Sonne habe sie in Anbetracht der kalten Witterung zwar noch ein wenig gewartet, aber es dann trotzdem vorgetragen, sagte sie lachend.

Tief versteckt und abseits des ausgeschilderten Wanderweges zeigte Rabenhorst den Gästen den Gedenkstein an eine Blumenanlage aus dem Jahr 1925. Dort soll, nach alten Überlieferungen, einmal ein großes Bumenbeet gestanden haben, das der Pensionär Otto Schäfer aus Greppin angelegt haben soll. Auch an das "Invalidendreieck" erinnerte Rabenhorst. Dort hätten sich früher die jungen Leute aus Greppin und Jeßnitz getroffen, weil es genau in der Mitte der beiden Orte lag, wusste der Wanderleiter zu berichten.

Für Olaf Luther war das die Gelgenheit, seine vom Heimatverein kreierten Schluckfläschen an den Mann und die Frau zu bringen. Dabei erzählte er auch die Geschichte, die sich um die Entstehung des kleinen Jeßnitzer Schlückchens bei der Firma Esra in Thalheim entwickelt hatte.

Als nächste Termine nannte Siegfried Rabenhorst den Himmelfahrtstag, an dem man um 10 Uhr in Landsberg zu einer Erkundung des Gützer Berges starten will. Den 3. Oktober können sich alle vormerken, die an einer Tour durch die Goitzsche teilnehmen wollen und für den 23. Oktober ab 13 Uhr ist eine Wanderung durch den Goldenen Herbst ab dem Heidepaktplatz in Pouch geplant. Die Termine werden noch genau bekannt gegeben, so Rabenhorst.