Stadtbibliothek Bernburg Stadtbibliothek Bernburg: Umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Region

Bernburg - Wie sind Bernburgs Straßennamen entstanden? Wo genau stand das Neustädter Torhaus und welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Und was sind eigentlich typische Bernburger Rezepte? Auf der Suche nach Antworten könnte man natürlich erstmal das Internet bemühen. Aber ausführliche Informationen lassen sich zu diesen speziellen Themen im World Wide Web kaum finden. Dafür aber mit Sicherheit im Regionalbestand der Bernburger Stadtbibliothek. Den gibt es hier schon seit mehr als 25 Jahren. Gesammelt werden hier Texte, CDs und Filme, die etwas mit Bernburg zu tun haben, in denen aber auch der Altkreis Bernburg bzw. seit jüngster Vergangenheit auch der Salzlandkreis vorkommt.
Dazu gehören inzwischen 1.600 Medien und 1.500 Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung sowie der Bernburger Zeitung. „Im Gegensatz zu vielen anderen Sachgebieten sortieren wir aus diesem Bestand nichts aus: Wir heben alles auf“, sagt Monika Rziha, die Leiterin der Bernburger Stadtbibliothek. Der Bestand, zu dem Regionalgeschichte und Mundartgeschichten ebenso gehören wie Belletristik, werde aber regelmäßig aktualisiert.
Regionale Themen gefragt
Ein großer Teil widmet sich natürlich der Geschichte der Region, darunter der Historie der Eisenbahn, des Weinbaus, den Brücken der Region oder den Wassermühlen im unteren Saaletal. Besonders gefragt waren zuletzt die vier Bände zur Geschichte der Bernburger Cafés, Kneipen und Gaststätten in Berg- und Talstadt von Hans-Werner Müller. Kaum erschienen, seien sie jeweils schnell vergriffen gewesen, erzählt Monika Rziha.
Im Bereich Belletristik ist der Titel „Die Krallenwurzel“ des Bernburger Autors Peter Jakubeit ein Dauerbrenner. Das Buch ist 1979 erschienen - und entsprechend abgegriffen. Aber es wird noch immer gelesen. Der Autor selbst, sagt Monika Rziha, habe zwar immer behauptet, er schreibe nicht über Bernburg. Aber viele Einheimische hätten doch so manches wieder erkannt.
In der Stadtbibliothek am Bernburger Lindenplatz stehen auf vier Ebenen rund 61.000 Medien zur Verfügung. Dazu zählen 22.000 Exemplare an Sach- und Fachliteratur ebenso wie 15.700 Romane und Erzählungen. Auch 10.200 Kinder- und Jugendbücher zählen zum Bestand, ebenso wie 3.200 Hörbücher und knapp 3.000 DVDs sowie knapp 4.000 Musik-CDs. Hinzu kommen 58 Zeitungs- und Zeitschriftentitel.
Unter der Internet-Adresse können Nutzer im Online-Katalog nach verschiedenen Kriterien suchen. Sie können dort zum Beispiel feststellen, bis wann ein gewünschtes Buch oder ein anderes Medium entliehen ist.
Die Jahresgebühr für Erwachsene beträgt seit diesem Jahr 18 Euro, für Kinder und Jugendliche weiterhin sechs Euro.
Geöffnet ist die Bibliothek montags 14 bis 18 Uhr, dienstags, donnerstags und freitags 10 bis 18 Uhr, mittwochs und samstags 10 bis 12 Uhr.
Auf wahre Begebenheiten aus der Region gehen zweifellos die zahlreichen Bücher des Schuster-Verlages aus Baalberge zurück, die es in der Bücherei gibt, darunter eine Dokumentation über den Schacht Plömnitz in den Jahren 1944 bis 1946, die schaurige Geschichte über den ehemaligen Polizeichef Alfred Rieck, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in der Saalestadt ein richtiges Schreckensregime aufbaute. Auch eine Biografie über den anhaltischen Schriftsteller Ernst Finster ist in dem Baalberger Verlag erschienen.
Nachlesen kann man im Regionalbestand die Sagen vom „Nickert“, von „Till Eulenspiegel in Bernburg“ oder auch vom „Heele Christ“, aufgeschrieben von Bernhard Gremler. Selber lesen oder auf CD anhören können die Nutzer zahlreiche Mundart-Geschichten, oder aber sich Bernburg in Bild und Ton auf DVD anschauen. Heimatgeschichtlich Interessierte können in der Stadtbibliothek aber auch in der Zeitschrift „Bernburger Bär“ des Heimatkreises blättern. Oder aber in sämtlichen Ausgaben der Bernburger Heimatblätter, die zwischen 1987 und 2004 vom Kulturbund des Rates des Kreises bzw. später von Stadt- und Kreisverwaltung herausgegeben wurde.
Nicht alles steht in Büchern
Die Bändchen habe man inhaltlich aufbereitet, „so dass Artikel schneller gefunden werden“, sagt Monika Rziha. Ausgeliehen werden die Bücher, Artikel und elektronischen Medien zum einen von Bernburgern, die sich für ihre Stadt und die Region interessieren. Sie werden aber auch von Schülern nachgefragt, die zu einem bestimmten Thema recherchieren sollen. Da seien besonders Zeitungsartikel hilfreich. „Weil auch nicht alles in den Büchern steht“, sagt die Leiterin der Bibliothek. Die Zeitungsartikel finden sich aber nicht in der Freihandaufstellung, sondern im Magazin und werden von den Mitarbeitern heraus gesucht. (mz)