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Handy-Gamer in Bernburg Pokemon Go in Bernburg: Pokéjäger sammeln sich

Von Andreas Braun 24.07.2016, 21:27
Für die einen ist es eine ganze Welt, für andere sagt es gar nichts aus.
Für die einen ist es eine ganze Welt, für andere sagt es gar nichts aus. Ute Nicklisch

Bernburg - Auf den Bänken sitzend, um das Eingangshäuschen zur Tiefgarage stehend - und dabei den Blick auf das Smartphone gerichtet. Das mutete schon eigenartig an.

Vor allem aber, weil es eine Menge Bernburger nur aus einem Grund an einem Sonntagabend auf den Karlsplatz der Saalestadt zog: Sie wollten alle zusammen Pokémon Go spielen und die kleinen virtuellen Monster, die in der ganzen Stadt versteckt sind, fangen.

Das erregte Aufmerksamkeit. Als die Truppe über den Boulevard zog, gab es ein großes Gekichere am „Sägewerk“. Kein Wunder. Torsten John, der die Kultkneipe mit seiner Schwester Carina betreibt, ist ein Hardcore-Pokémon-Spieler und somit ist das Spiel sowohl bei seiner Familie, seinen Kollegen in der Kneipe als auch bei den Stammgästen bekannt.

Es gab freilich auch Leute, die kopfschüttelnd das Treiben beobachteten. Doch stört das nur keinen von den jungen Leuten, die gesittet durch die Stadt gingen.

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Es waren um die 100 Gamer - manche schlossen sich auf dem Weg durch die Stadt an -, die dem Facebook-Aufruf der Pokémon-Go-Bernburg-Gruppe gefolgt waren.

Initiator Dominik Stieberitz zeigte sich denn auch zufrieden. „Ich hatte mich vorsichtshalber noch beim Ordnungsamt erkundigt, ob ich was anmelden muss. Aber es sei ja nur ein Spaziergang und keine Demo, hat man mir gesagt“, so der 19-Jährige.

Ende Juni waren die Server für das Spiel hochgefahren worden. Gleich in 26 Ländern ging es an den Start, weiß Daniel Shelgunov. Das bringt immer noch einige Probleme mit sich. Sind die Server überlastet, weil so viele Spieler spielen, streikt das GPS-Signal und ohne das geht nichts.

Es soll ein Update kommen, doch so mancher zweifelt, dass das hilft. Der Hype ist einfach zu groß. Einer der ersten, der sich das Spiel runtergeladen hatte, war Philip Diettrich.

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„Ich habe als Kind schon gespielt - Karten und am Computer. Die Fernsehserie war Pflicht und Stofftiere habe ich auch gesammelt“, sagt der Fan.

Dass das Treffen stattfindet, hatte er aber von seinem kleineren Bruder Maurice, der ebenfalls spielt. Beide ließen sich freilich die Chance, mit anderen zusammen Spaß zu haben, nicht entgehen.

Für Stephan Bückner vom Klostercafé war es faszinierend, wie sich junge Menschen einfach zusammenfinden und was unternehmen. Er überlegt, ob er vielleicht etwas zusammen mit Stieberitz im Klostercafé macht.

Dass das Spiel nicht nur für Jungs ist, zeigte die große Anzahl von Mädchen, die mit am Start war. Michelle Schöne, Julia Melnik und Laura Christiansen zählten dazu.

Michelle war anfangs gar nicht so begeistert von dem Spiel. „Aber man kommt nicht drumherum. Alle Freunde spielen es. Da muss man mitmachen“, sagt sie.

Julia und Laura stimmten zu. Außerdem kommt man doch raus und lernt die Stadt viel besser kennen, sagt Laura, die sich auch nicht von den Einwurf Frederik Rummels erschüttern ließ, der meinte, dass man sich mehr bewege und dabei dann ja auch abnehme, weshalb Mädchen eben gern mit spielen. „Ach, wir sind an der frischen Luft. Was will man mehr“, sagt Laura.

Dass hierbei freilich auch jede Menge Daten von Diensten, die am Spiel beteiligt sind, abgegriffen werden, spielt keine große Rolle. Die meisten Apps haben da nicht weniger Zugriff, ist die Spielermeinung.

Eher schon beunruhigt, dass das Spiel für Diebstähle missbraucht wird. In größeren Städten wird mit sogenannten Lockmodulen, die Spielern virtuell anzeigen, dass es an bestimmten Orten seltene Pokémons oder gute Items (Spielgegenstände) gibt, Leute angelockt. Dann wird ihnen das Smartphone gestohlen. Doch davon ist in Bernburg nichts bekannt.

(mz)