Kreisvolkshochschule Bernburg Kreisvolkshochschule Bernburg: Winzigkeiten in Makro

Bernburg - 50 verschiedene Fotografien der Hobbyfotografin Cornelia Barnebeck sind seit Donnerstag in den Fluren der Kreisvolkshochschule (KVHS) in Bernburg zu bewundern. Und die „Winzigkeiten auf Augenhöhe und mehr“ haben wirklich Bewunderung verdient. Zeugen sie doch auch von der Arbeit zweier Dozenten der KVHS, in deren Kursen Cornelia Barnebeck dieses Handwerk erlernte.
Das waren erst Reiner Lorenz aus Magdeburg und später Carl Göpke aus Köthen. Einen festen Stamm an Interessenten fanden die beiden in Bernburg. Denen machte das Fotografieren so viel Spaß, dass sie als Gruppe zusammenblieben und ihre Werke auch schon gemeinsam mehrfach ausstellten, weiß Alfred Skrypzak, ein Kursteilnehmer, der von Anfang dabei ist.
Cornelia Barnebeck hat sich schon erfolgreich an Fotowettbewerben beteiligt. Nun wird die erste Einzelausstellung mit ihren Fotos in Bernburg präsentiert. Und Schulleiterin Änne Forisch freute sich, eine solche Menge Bilder in so schöner Präsentation in Bernburg vorstellen zu können. „Das Haus gewinnt dadurch einfach“, ist sie überzeugt. Und sie sieht diese Exposition als „Sahne auf dem Kuchen“ bei der vielen und oft sehr anstrengenden Arbeit in der KVHS.
Musikalisch eröffnet wurde die Vernissage von Luisa Richter mit „Lean On“, einem modernen Stück von Major Lazer, auf der Gitarre. Im weiteren Verlauf übernahm Svenja Kasler auf der Flöte die musikalische Führung und spielte mit ihr gemeinsam „O sole cha cha mio“ von Eduardo die Capua, einem italienischen Komponisten. Viele Gäste haben sicher das daraus resultierende „O sole mio“ erkannt. Beide Musikerinnen sind Schülerinnen der Bernburger Musikschule.
Cornelia Barnebeck selbst war hoch erfreut über die vielen Gäste, die die Eröffnung besuchten. Sie dankte ihnen, dass sie „statt ins Schwimmbad zu gehen, gekommen sind, um langweilige Bilder anzusehen“. Doch das sind die in den vergangenen zehn Jahren entstandenen Fotos keineswegs.
Die Bernburgerin versteht es, Details darin spannend darzustellen, verblüfft den Betrachter mit originellen und teils ungewöhnlichen Sichtweisen. Sie selbst weist in ihrer Vita darauf hin, dass sich manche Bilder erst auf den zweiten Blick erschließen und manche überhaupt nicht. Verblüffend sind auch ihre Unterwasserbilder. Man meint, sie wären beim Tauchen in der Karibik oder auf den Malediven entstanden, und wundert sich über die hohe Qualität der Aufnahmen.
Des Rätsels Lösung: Das Salzwasseraquariums eines Freundes war der Aufnahmeort. Interessant auch ein Teilporträt: Obwohl nur etwas mehr als ein stark geschminktes linkes Auge vom Gesicht zu sehen ist, erkennt man Travestiekünstlerin Olivia Jones aus Hamburg. Auch viele einzelne Blüten hat sie fotografiert, zum Teil mit Insekten darauf. Die finden sich aber auch als Solisten auf anderen Fotos. Zootiere sind ebenfalls zu sehen, auch nur Ausschnitte eines Giraffen- oder Zebrafells. Nur Farbe und Struktur lassen erahnen, zu wem sie gehören.
Ein Foto zeigt ein Schwein, das in einem Trog liegt. Fotos mit gestapelten Münzen geben zu mancherlei Spekulationen Anlass. Das Foto mit der Spinne, der angebissene Apfel voller Ameisen oder die Koi-Porträts sind so ansprechend fotografiert, dass beim Betrachten keine Phobie aufkommen kann. Es ist eine vielseitige, interessante und ansprechende Ausstellung, die bis Ende Oktober in der KVHS zu sehen ist.
(mz)