Hochschule eröffnet erste Mensa ohne Mitarbeiter
Bernburg/MZ. - Essen bis 21 Uhr
Die Automaten-Mensa ist ein Pilotprojekt des Studentenwerkes Halle, das am Dienstag offiziell in der Zweigstelle der Hochschule im alten Rathaus eröffnet wird. Studentenwerke aus ganz Deutschland hätten Interesse an den Ergebnissen der einjährigen Testphase gezeigt, sagte Geschäftsführer Dr. Volkmar Thom. Gleich zwei Vorteile entstehen für die Studierenden. Zum einen können sie zwischen 8 Uhr morgens und 21 Uhr abends warm essen. Zudem gibt es endlich einen Raum, in dem sich die jungen Menschen - ebenso wie die Mitarbeiter der Hochschule - zwischen den Vorlesungen und Seminaren aufhalten können. "Ich halte das sogar für den wichtigeren Schritt", schätzte der am Standort lehrende Professor Robert Off den Umbau einer ehemaligen Hausmeisterwohnung in eine geräumige Mensa ein. "Und für die weißen Wände finden sich auch noch ein paar Bilder." 60 000 Euro hat die Hochschule in die Sanierung des Raumes gesteckt. Tische und Stühle, ein Kaffee- sowie der Essenautomat schlugen beim Studentenwerk mit 40 000 Euro zu Buche.
Nun, so Professor Off, seien die Zeiten vorbei, in denen die Studierenden während der Pausen auf den Treppen hocken oder sich aus Seminarräumen verscheuchen lassen mussten, weil die anderweitig gebraucht wurden. "Die Mensa trägt sehr zum Image und zur Gemütlichkeit des Standortes bei."
Renner und Penner
Die Mahlzeiten werden von der Küche der Strenzfelder Mensa am Morgen zubereitet. Pro Tag gibt es zwei Essen, die für Studenten zwischen 1.10 Euro und 2.40 Euro kosten. Mitarbeiter zahlen bis zu 3.95 Euro, Gäste können für maximal 4.55 Euro in der neuen Mensa speisen. Jeweils nachmittags werden die Automaten mit 60 Portionen bestückt, wie Küchenleiterin Karla Rott erklärt. "Wenn mehr gegessen wird, werden wir natürlich auch mehr kochen." Die Gerichte unterscheiden sich zum Speiseplan der Hauptmensa. Um dem Vorurteil vorzubeugen, es handele sich um Reste aus der Hauptmensa. Zudem eigne sich nicht jedes Essen für die Mikrowelle. "Die Panade vom Schnitzel wird darin weich - also gibt es Naturschnitzel mit Letscho oder Curry-Rahmsoße." Tatsächlich gehört zur Testphase auch ein Blick auf die Gerichte, sagt Studentenwerk-Chef Thom. "Was sind Renner, was sind Penner - das wollen wir über die Verkaufzahlen und Befragungen herausfinden."