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"Dankeschön"-Aktion "Dankeschön"-Aktion: Junge Bernburger bedanken sich bei Rettern

Von Andreas Braun 26.02.2015, 11:51
Robert Richter nahm die kleinen Präsente im Namen der Polizisten des Reviers Salzlandkreis an und freute sich über die Aktion von Hans Basche (Mitte, hinten), Lucas und Kira Köhler sowie Martina Enders (rechts).
Robert Richter nahm die kleinen Präsente im Namen der Polizisten des Reviers Salzlandkreis an und freute sich über die Aktion von Hans Basche (Mitte, hinten), Lucas und Kira Köhler sowie Martina Enders (rechts). Engelbert Pülicher Lizenz

Bernburg - Eigentlich ist es recht einfach. Man geht zu Menschen, die sich um andere Menschen kümmern und sagt einfach mal „Dankeschön“. Hans Basche dachte dass aber nicht nur, er wollte das auch umsetzen. Zusammen mit Martina Enders (21 Jahre), Kira Köhler (16) und deren Bruder Lucas (11) zog er am Dienstagnachmittag los. Bei Feuerwehr, Polizei, Mitarbeitern in der Notaufnahme des Krankenhauses und bei den DRK-Mitarbeitern tauchte Hans Basche mit der Abordnung auf und überbrachte eine kleine Nascherei und eine Blume. Die Nascherei zahlte er selbst, bei den Blumen machte man bei Juttas Blumenoase keine große Sache daraus und spendete sie einfach.

Hans Basche hatte gehofft, dass sich mehr Bernburger an der Weltzeituhr einfinden. Er und die Bernburgerin Martina Enders, die in Halle studiert, waren die Initiatoren der Aktion „Dankeschön“. Sie war über Facebook angekündigt worden. Doch um was es genau gehen sollte, war nicht benannt, weil der Besuch bei den Dienststellen eine Überraschung sein sollte. So war sie ganz allgemein als eine soziale Aktion benannt worden.  (ab)

Die Aktion war spontan und die Besuchten darum auch umso überraschter, als sie den Grund für den Besuch erfuhren. „Seit 1977 bin ich bei der Polizei. Das gab’s noch nie. Hier kommen ja viele Leute ins Revier. Doch die meisten nicht, um sich zu bedanken“, sagte Lothar Fritsche, der in der Leitstelle des Reviers Dienst hatte. Auch sein Kollege Robert Richter war angetan von der Aktion. „Das kommt nun wirklich nicht alle Tage vor. Wir werden den Dank an die Kollegen weitergeben“, sagte der Polizist, der sich freute, als sich die erste Skepsis ob der ungewohnten Abordnung gelegt hatte.

Rund um die Uhr im Einsatz

Zuspruch, so sagt Fritsche, bekomme man hin und wieder. Doch das sei dann meist draußen im Einsatz. Es sei aber schön, dass sich gerade junge Bernburger auf den Weg gemacht hätten, um einfach mal ohne großes Drumherum einen Gruß vorbeizubringen. Ebenso reagierten die Rettungskräfte des DRK, die die kleine Delegation vor der Notaufnahme abpasste, als sie gerade einen Patienten ins Krankenhaus brachten und ihn den Krankenschwestern übergaben.

Die beiden Berufsgruppen, sagt Basche, seien ebenso rund um die Uhr im Einsatz. „Wir wollen auch zeigen, dass sich junge Menschen wie wir durchaus Gedanken machen, dass nicht alles selbstverständlich ist. Oft sind Jugendliche in den Schlagzeilen, weil sie was angestellt haben. Die meisten Jugendlichen sind aber anders“, so Basche. „Ich höre täglich die Rettungswagen mit Blaulicht und Signalhorn durch die Roschwitzer Straße fahren. Da kam mir vor gut zwei Wochen die Idee, dass da Menschen in den Autos sitzen, die anderen zu Hilfe eilen. Egal, welche Uhrzeit, sie sind immer für andere da“, sagte der 24-Jährige zu seiner Aktion, die durchaus nicht die letzte sein muss. Pläne für weitere Aktionen gibt es schon. (mz)