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Bernburg Bernburg: An «Klopsen» beißen sich alle Zähne aus

Von SUSANNE WEIHMANN 19.06.2011, 16:01

BERNBURG/MZ. - Eigentlich war Samstag kein ideales Badewetter. 20 Grad Celsius, Wind und Regenschauer laden nicht unbedingt zu einem Bad ein. Aber darauf konnten die "Meat Balls" (Fleischbällchen oder Klopse) zum Kutterrudern beim Bernburger Maritimen Club (BMC) keine Rücksicht nehmen. Nach ihrem überraschenden Sieg war ein Sprung in die Saale Pflicht. Und die Jungs um Marcus Eisold nahmen ihren Steuermann Dirk Golz vom BMC gleich mit ins Wasser. In voller Montur versteht sich.

"Wir können es einfach", sagte ein tropfnasser und leicht frierender Markus Dobes wieder an Land. In 3:49 Minuten verwiesen sie knapp die erfahrenen Kutterruderer vom "Kampfstern Galaktika" (3:52 Min.) und die Laufgruppe Wassersuppe (3:53 Min.) auf die Plätze.

Die "Meat Balls" um Marcus Eisold hatten sich zwar Platz eins bis sechs zum Ziel gesetzt, aber dass das gleich bei der ersten Teilnahme klappt, damit hatten sie dann doch nicht gerechnet. In mehreren Trainingseinheiten hatten sich die "Fleischbällchen" zuvor auf das Rennen über 750 Meter auf der Saale vorbereitet. "Es hat auf Anhieb gepasst", sagt Marcus Eisold. Und Carsten Mohr, einer der wenigen, die noch trocken waren, kündigte nach der Siegerehrung an: "Jetzt stürmen wir den Bierwagen."

Kaum weniger ausgelassen feierten "Andy's first Ladies" ihren Sieg bei den Frauen in 4:15 Minuten. Sie ließen ebenso die Sektkorken knallen wie "Die Götter des Wassers", die einmal mehr in der Mixed-Konkurrenz (3:56 Min.) den Pokal der Firma Börner gewannen. Wer mit so einem klangvollen Namen startet, ist quasi zum Siegen verpflichtet. Aber auch viele andere unter den 72 teilnehmenden Mannschaften haben sich wieder fantasievolle Titel einfallen lassen, wie "Katanga(b)engels", "VP Schlagseite e.V.", "Jack Daniels", "Holzbeenschnitzer & Jummistrümpfe" und "Kräuterliga". Dass Kreativität bei der Namensgebung aber nicht automatisch zu einer guten Platzierung führt, dafür genügt ein Blick auf das Endresultat. "Gewinnen will man immer", sagte Frank Tylinski vom Team "Lager Stammtisch". Dabei setzte der 49-Jährige auf die Erfahrung der älteren Herrschaften im Team. Immerhin reichte die Zeit von 4:01 Minuten der zehn starken, erfahrenen Männer am Ende für Rang sieben. Auch das "Montagsteam" fuhr nicht nur zum Vergnügen mit. "Wir wollen Platz eins", sagte Astrid Möller aus Gröbzig, die zusammen mit anderen befreundeten Reitern erstmals beim Kutterrudern startete, nach ihrem Rennen. Was sie zuversichtlich stimmte: "Unser Pferd hat nicht gebuckelt." Auch Antje Langheinrich war zufrieden. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft", meinte die Könneranerin. Doch trotz eines furiosen Ritts durch das Wasser und Galionsfigur "Win Stucky" - einem Steckenpferd am Bug des Kutters - reichten 4:07 Minuten nicht ganz zum Sieg. Das Mixed-Team musste den "Göttern des Wassers" und dem Marineclub aus Rheinsberg den Vortritt lassen. Weniger ehrgeizig gaben sich die "Flotten Bienen" vom Pflegedienst Staude, trotz des Namens. "Für uns zählt hier nur der Spaß", sagte Sabine Däumichen. In ihrem Rennen gegen "Spongebob und Patrick" hatten sie denn auch klar das Nachsehen, da offensichtlich die Kräfte am Ende schwanden. Mit 30 Sekunden Vorsprung kamen "Spongebob und Patrick", die später Platz drei in der Gesamtwertung belegten, ins Ziel.

Noch deutlicher sah es im direkten Duell zwischen den Piraten, den "Black Pearls", und den Akener Karnevalisten alias die "Ladykracher" aus: Fast eine Minute trennte die beiden Frauenteams im Ziel. Und auch des Männer-Duell zwischen dem Jugendclub Breitenhagen und dem AOKahn war eine klare Angelegenheit: Da half nicht einmal die Anfeuerung von Moderator Jens Meißner: "Zieht noch mal, ihr habt das Ziel vor Augen", rief er der Besetzung des AOKahn zu. Doch gegen die Breitenhagener (3:55 Min.) hatten die Vertreter der Krankenkasse (4:37 Min.) keine Chance. Spannender indes ging es zwischen den beiden Männerteams "Rau-Putz" und dem Marineclub Delitzsch zu. Mit 4:07 Minuten waren letztere nur zwei Sekunden schneller als ihre Gegner. In der Endabrechnung reichte das für den Marineclub immerhin zu einem Platz in den Top Ten. Und sie feierten so, als hätten sie gewonnen. Zu Gottlieb Wendehals "Wir ziehen los. . ." zogen sie Polonaise tanzend vor die Bühne um sich ihre Urkunde und die Flasche Sekt abzuholen. Da war die Party auf dem Gelände des BMC aber ohnehin schon längst im Gange. Nicht einmal die kleinen Regenschauer zwischendurch konnten die vielen Besucher vertreiben. Noch bis in die Nacht wurde dann bei Live-Musik und reichlich Bier sowie anderen alkoholischen Getränken gefeiert.