Ausstellung in Bernburg Ausstellung in Bernburg: Auf den Spuren Andy Warhols

Bernburg - „In Zukunft wird jeder 15 Minuten berühmt sein“, so lautet das bekannteste Zitat des amerikanischen Ausnahmekünstlers Andy Warhol. Von ihm haben sich die Schüler des Campus Technicus in Bernburg inspirieren lassen. Aber ihr Ruhm soll länger anhalten: Ihre Werke aus dem Kunstunterricht werden nun der Öffentlichkeit präsentiert. Schüler und Lehrer haben am Donnerstag eine Ausstellung im Eulenspiegelturm eröffnet.
Barack Obama, Charlie Chaplin und Johnny Depp haben die Schüler der neunten und zehnten Klassen vom Campus Technicus inspiriert. Diese und weitere berühmte Persönlichkeiten gestalteten die Jugendlichen im Stile jener Kunstrichtung, die Anfang der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus den USA und England nach Europa gekommen war. Die Pop-Art greift Themen der Alltagskultur und des Konsums auf und setzt sie künstlerisch in Form von comicähnlichen Darstellungen um. Bedeutendste Vertreter sind Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Jasper Johns und Robert Rauschenberg.
Der Weg durch die schmalen Aufgänge lohnt sich: Die Schöpfungen der Schüler „gehen unter die Haut“, sagte Schulleiterin Angret Zahradnik. Die Vielfalt reicht von Katzenbildern der Jüngsten, über Bleistiftzeichnungen, Stein- und Tonarbeiten der siebten und achten Klassen, bis zu Pop-Art-Interpretationen durch die Neunt- und Zehntklässler. Museumsdirektor Roland Wiermann zeigte sich ebenfalls begeistert über die Zusammenarbeit mit dem Campus Technicus - eine Kooperation, die seit nunmehr einem Jahrzehnt anhält. Jedes Jahr aufs Neue werden Kunstwerke der Schüler im Schloss Bernburg gezeigt. Wiermann hatte nur Lob für die 13 Sekundarschüler übrig, die mit ihren Kunstlehrerinnen zur Vernissage erschienen waren. Er hob bei der Gelegenheit drei Leistungen besonders hervor: Gina-Marie Gäbel, Maria Zengerling und Joy Hannich hatten die Arbeiten teilweise in ihrer Freizeit erstellt.
Das Museum sei auch deshalb ein solch wichtiger Partner, weil es über eine Schülerausstellung häufig den ersten Gang dieser Mädchen und Jungen in eine solche Einrichtung ermöglicht, hob Schulleiterin Zahradnik hervor. Sie betonte außerdem, dass eine solche Ausstellung ohne ein übermäßiges Engagement auch der Lehrkräfte nicht möglich wäre. Kerstin Wienicke, Monika Merkel und Gabriele Lobert begleiteten den kreativen Entstehungsprozess der Exponate von Anfang an.
Des Weiteren sei die Schule auf Partner angewiesen, die diesen besonderen Kunstunterricht mitgestalten: Klaus-Dieter Ullrich und seine Tochter Pauline aus Halle beispielsweise waren den Siebt- und Achtklässlern vor Ort zur Hand gegangen. Gemeinsam hatten sie aufwändig Sandstein-Kunstwerke hergestellt, die später mal in die Wände der Aula des Campus Technicus eingearbeitet werden könnten, so erste Pläne. Die Mühen von Schülern wie Chantal Lohmeier, Jonas Liebaum und Fabian Rux aus der 8a würden damit Anerkennung finden: Ihre Klasse hatte zusammen mit den Profi-Künstlern Stein in alte Eisbecher gegossen, die Form nach dem Aushärten mit Sand vertieft und weiterbearbeitet, wie auch Fotos in der Ausstellung zeigen. Mit ihrer Kunst könnte die Schülerschaft also tiefe Spuren bis in die Aula hinein hinterlassen. Mittlerweile wetteifern ganze Schülergenerationen darum, ist sich das Lehrerkollegium sicher - von wegen nur 15 Minuten Ruhm. Die Ausstellung ist noch bis zum Ostermontag, 6. April geöffnet: freitags von 10 bis 13 Uhr, sonst täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr. (mz)