Appell an gegenseitige Rücksichtnahme
Bernburg/MZ. - Dabei hielten sich die Anrufer die Waage, die der Meinung sind, dass Radfahren auf dem Boulevard erlaubt sein soll oder nicht.
"Wenn Radfahren in der Fußgängerzone erlaubt ist, heißt das nicht, dass man dort rasen darf", verteidigte Dittrich die jetzige Regelung, keine getrennten Räume für Radfahrer und Fußgänger einzurichten. Er greife aber gerne die Anregung auf, gemeinsam mit der Polizei öffentlich wirksame Aktionen durchzuführen.
"Ich bin selbst leidenschaftliche Radfahrerin", sagte Elvira Wystemp aus Baalberge. Sie beobachte allerdings häufig auch als Fußgängerin, dass gerade Fußgänger auf dem Boulevard unerwartet die Richtung wechseln. "Vielleicht könnte man die Hauptstrecke markieren?", regte die MZ-Leserin an. Davon hält Dittrich wiederum nichts. "Dann müssten zu viele andere Normen eingehalten werden und wir könnten auch keine Außengastronomie zulassen". Sinnvoller sei es, die jetzige Regelung beizubehalten.
he dieser Bereich ganz oben auf der Prioritätenliste. Allerdings sei man hier vom Bund abhängig. Aufgrund erhöhter Unfallgefahr durch Fahrzeuge, die aus den Seitenstraßen kommen, hält der Dezernent allerdings nichts davon, wenn die linke Spur für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben würde.
Helga Elsner ist zur Zeit darüber besorgt, dass die Tempo-30-Regelung auf der Ilberstedter Straße häufig von Autofahrern missachtet wird. Die Ilberstedter Straße ist derzeit Umleitungsstrecke für die bis 12. September gesperrte Nienburger Straße. Dort müssten die Bauarbeiten einfach forciert werden, um schneller fertig zu werden, findet die Anwohnerin.
"Wir haben doch ein Rechtsfahrgebot, an das sich auch Radfahrer halten müssen", empörte sich Ulrich Gaulke aus Neuborna. Ihm seien von manchen "Geisterfahrern" auf dem Rad sogar schon Schläge angedroht worden. Außerdem könne er nicht verstehen, dass die Stadt vorhandene Radwege zurückbaut, wie es zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und der Post geschehen sei. Hier verteidigte der Dezernent die vorhandene Tempo-20-Regelung entlang der Friedensallee. "Das ist genau der Sinn der Maßnahme, dass die Autofahrer gezwungen sind, Rücksicht zu nehmen", erklärte Holger Dittrich.
Manfred Kropf weist auf andere Ungereimtheiten hin. So seien die Radfahrer in der Zepziger Straße allein schon durch die Fahrbahnmarkierung daran gewöhnt, die Spuren in Richtung Kaufland auf einer Seite in beide Richtungen zu nutzen. Dies sei jedoch rechtlich nur noch in eine Richtung erlaubt und werde von der Polizei auch geahndet. Könnte man nicht eine Spur als Parkplätze nutzen?", fragt der Anwohner der Zepziger Straße. Außerdem könne man ab Wolfgangstraße in Richtung Stadtmitte auf der gesperrten Spur ein Schild anbringen "Radfahren verboten". Dezernent Dittrich versprach, die Situation zu prüfen.
MZ-Leserin Maria Markowsky wiederum findet es bedauerlich, dass der begonnene Radweg auf der Bahnhofstraße plötzlich aufhört. "Die Radfahrer bleiben doch automatisch auf dem Fußweg", hat Frau Markowsky beobachtet. Hier fände es Dittrich als Übergangslösung denkbar, einen gemeinsamen Fuß- und Radweg auszuweisen.