Wespen Hornissen Mücken Wespen Hornissen Mücken: So vermeiden Sie schmerzhafte Stiche

Aschersleben - Ja, es sei so eine Art Opfergabe, lacht Annette Leipelt. Etwas zum Ablenken. Denn immer, wenn die Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Sachsen-Anhalt (Nabu) zu Hause mit ihrer Familie grillen will, stellt sie ein kleines Tellerchen in die entgegengesetzte Gartenecke. „Da packe ich etwas Süßes drauf und ein bisschen Fleisch - und dann sind die Wespen beschäftigt.“
Denn mit denen muss die Tierschutzexpertin schon seit Jahren leben. „Die nisten bei uns im Dachkasten über dem Balkon - immer an wechselnder Stelle“, zuckt sie die Schultern und hat deshalb viele Tricks und Tipps zum richtigen Umgang mit Wespen, Bienen, Hummeln und Hornissen parat.
„Wir bekommen gerade unheimlich viele Anfragen dazu, denn: Sommerzeit ist immer auch Wespenzeit.“ So weiß sie, dass viele Menschen regelrecht Angst vor den Tieren haben. Doch mit dem richtigen Verhalten sei ein Auskommen möglich. „Eigentlich muss man nur abwarten - und das Problem löst sich von allein“, schmunzelt Annette Leipelt.
Denn am Ende des Sommers geht der gesamte Wespenstaat zugrunde. Nur die Jungkönigin überlebt. Und sucht sich im kommenden Jahr ein neues Zuhause.
Mit Kindern ist Vorsicht geboten
Natürlich müsse man - gerade wenn Kinder in der Nähe sind - vorsichtig sein und ein paar Regeln einhalten. „So ist es im Sommer ratsam, süße Nahrungsmittel im Freien abzudecken und Limonaden mit Strohhalm zu trinken.“ Auch auf Eiweiß - gegrilltes Fleisch zum Beispiel - haben es die Wespen abgesehen. Um ihre Jungen großzuziehen. „Fallobst sollte täglich aufgesammelt werden. Denn das ist ein richtiges Lockmittel.“
Und Barfußlaufen im August? Im eigenen Garten? „Viel zu gefährlich“, schüttelt die Nabu-Chefin den Kopf. „Außerdem“, meint sie, „ist es sinnvoll, nicht nach anfliegenden Tieren zu schlagen.“ Sich einfach schnellen Schrittes entfernen und sich so dem Tier entziehen, rät die Expertin. Und mutig sein. Denn: Angstschweiß können die schwarz-gelb-gestreiften Insekten förmlich riechen. „Der kann Angriffe auslösen“, bestätigt sie.
Nicht in der Einflugschneise aufhalten
In der Region gibt es übrigens über 100 verschiedene Wespenarten, nur elf davon bauen große Nester. Dem Menschen lästig werden aber nur zwei: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. „Wenn man aber das Territorium respektiert, nicht pustet, man sich nicht zu lange in der Einflugschneise aufhält und die Fenster vielleicht mit Fliegengaze schützt, kommt man auch mit denen ganz gut zurande.“
Und wenn gar nichts mehr geht, vielleicht sogar Kinder gefährdet sind, kann der Imker helfen und dem Nest zu Leibe rücken, die Völker einfach umsiedeln.
Auch draußen in der Natur sollte man immer vorbereitet sein: ein Notfallset für Allergiker, Kühlgel für die Kinder und Insektenspray für den Notfall. Denn Wespenstiche können schmerzhaft sein. Sie selbst wurde in all den Jahren glücklicherweise noch nie von einer Wespe gestochen, erzählt die Geschäftsführerin. Von einer Hornisse allerdings schon.
„Hornissen sind weitaus friedfertiger als Wespen“
Doch da fühlte sich das Tier bedrängt. „Hornissen“, weiß Anette Leipelt, „sind nämlich noch weitaus friedfertiger als Wespen.“ Genau wie Hummeln und Bienen stehen Hornissen sogar unter Naturschutz.
Wie diesen bedrohten Tieren auf einfache Art geholfen werden kann, ist in Nabu-Ratgebern nachzulesen. Leipelt nennt als Beispiel Nisthilfen für den Garten. In der Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen - Kein Grund zur Panik“ informiert der Nabu mit anschaulichen Beschreibungen und praktischen Tipps über den Umgang mit diesen Insekten. Sie kann gegen Einsendung von zwei Briefmarken a 1,45 Euro angefordert werden unter Nabu Sachsen-Anhalt, 39104 Magdeburg, Schleinufer 18a. (mz)