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Viren lichten die Bankreihen

Von Kerstin Beier 14.03.2005, 20:30

Aschersleben/MZ. - Die Bankreihen in den Schulen lichten sich. An der Burgschule in Aschersleben haben sich allein am Montag 30 Schüler krank gemeldet. "In der vorigen Woche ging es schon los, da wütete der Infekt vor allem in den zehnten Klassen. Jetzt setzt sich das bei den Kleineren fort", erzählt die stellvertretende Schulleiterin, Edelruth Kempa. Stolz ist sie auf die Lehrer, die sich zwar auch nicht fühlen würden, aber trotzdem da seien. Da viele Schüler in den Klassen fehlen, machen die Lehrer aus der Not eine Tugend und konzentrieren sich auf das Festigen und Wiederholen des bisher vermittelten Stoffes.

Ein ähnliches Bild zeigt sich an der Grundschule Pfeilergraben: 14 Krankmeldungen allein am Montag, davon sieben in den ersten Klassen. Zum Glück würden die Schüler immer nur wenige Tage fehlen, so dass sie nicht allzu viel Unterrichtsstoff versäumen, so Schulleiterin Anita Ihlenfeldt. Zwei ihrer Kolleginnen haben sich die heimtückischen Viren ebenfalls eingefangen, "doch ihr Fehlen können wir bis jetzt noch ganz gut mit Vertretungen ausgleichen".

Richtig reingeschlagen hat es im Gymnasium Stephaneum - hier war lag tageweise fast die Hälfte der Sekundarstufe II darnieder. Auch die Lehrer blieben nicht verschont, 14 von ihnen mussten sich krankmelden. "Zum Glück nicht alle auf einmal, aber wegen der anstehenden Klausurtermine war das doch ein Problem", so Schulleiterin Hildegard Mierzwa.

Hochbetrieb herrscht in den Sprechzimmern der Haus- und Kinderärzte. Dr. Karla Fischer kommt wie viele andere Mediziner in diesen Tagen kaum noch zum Durchatmen. 90 Prozent ihrer jungen Patienten kommen mit Husten, Schnupfen, Fieber und Halsentzündungen in ihre Praxis.

Obwohl der März "ohnehin für die Apotheken da ist", verzeichnet auch Hans-Jürgen Hulsch von der Linden-Apotheke in Aschersleben einen wachsenden Bedarf an Schmerz- und Fiebermitteln, an Hustensaft und Halstabletten. Er empfiehlt jedem Betroffenen: viel Ruhe, viel trinken. Nasentropfen und schmerzlindernde Mittel wie Paracetamol können die Beschwerden lindern. Wer über 38,5 Grad Celsius Fieber hat, sollte zum Arzt gehen. "Wir werden das aber wie in den anderen Jahren auch überstehen", ist er sich sicher und hat bisher keine Anzeichen einer gefährlichen Grippewelle in Aschersleben ausmachen können.