Viel Ehre für scheidende Mediziner
Aschersleben/MZ. - Zudem war der Veranstaltungsort ein Besonderer: das Schlosshotel Meisdorf. Last but not least war es auch der Anlass: die Verabschiedung der Oberärztin Dr. Barbara Seidel und des Chefarztes Dr. Gerhard Salheiser, beides Ärzte der Inneren Klinik II der Kreisklinik Aschersleben-Staßfurt, in den Ruhestand. Ihnen zu Ehren hatten die Oberärzte Dr. Tilman Deist und Dr. Michael Böhme eine Fachveranstaltung von ungewöhnlichem Niveau vorbereitet.
Tilman Deist begründete den besonderen Aufwand mit den großen Verdiensten der weit über die Grenzen Ascherslebens hinweg bekannten Ärzte. Er sagte: "Jeder einzelne Vortrag in der Abschiedsveranstaltung in Meisdorf spiegelt die berufliche Laufbahn und Entwicklung dieser beiden Ärzte wider." So habe die Klinik Dr. Barbara Seidel die zeitige Einrichtung des nephrologischen Zentrums zu verdanken, das in der Bevölkerung vor allem durch die Dialyse bekannt ist.
Deist verwies zudem auf den Bereich Hämatologie, Onkologie und unterstrich: "Dr. Salheiser hat sich große Verdienste in der Tumor-Behandlung und Blutkrebsbehandlung erworben. Er hat neben anderem eine ambulante Sprechstunde aufgebaut, die inzwischen von Dr. Martina Grunewald übernommen wurde." Er selbst, Deist, übernahm die von Dr. Salheiser angeregte und organisierte Tumorsprechstunde für Magen-Darm-Tumore.
Gelegenheit, die medizinischen wie menschlichen Leistungen der beiden Ärzte zu würdigen, bot auch eine kleine Feierstunde am Donnerstagnachmittag in der Cafeteria des Ascherslebener Krankenhauses. Sowohl die Kaufmännische Geschäftsführerin Melita Planert als auch der Leitende Chefarzt Dr. Erik Czihal bezeichneten Dr. Salheiser als einen "ungeduldigen, aber stets verlässlichen Partner" und die ehemalige Pflegedienstleiterin Brunhilde Alte, die viele Jahre mit ihm zusammenarbeitete, erinnert sich an das atemberaubende Tempo, mit dem er Entscheidungen durchsetzen wollte. Dr. Barbara Seidel wird nicht nur von Kollegen, sondern auch von den Patienten als unermüdliche Arbeiterin geschätzt und die Leiterin der Krankenpflegeschule, Eleonore Schafberg, hebt hervor, dass Bildung und Weiterbildung für beide stets ein Muss waren. Dabei hatten sie nicht nur die eigene, sondern auch die Weiterbildung ihrer Kollegen stets im Blick. Die von Dr. Seidel mit angeregte und mit Inhalten ausgestaltete Weitebildungsstätte für Nephrologie - die einzige in Sachsen-Anhalt - sei nicht zuletzt durch ihre Arbeit so bekannt und populär.