Schafft für welche mit Gewehr Gewähr
Ermsleben/MZ. - Wer will unter die Soldaten, der muss haben ein Gewehr! Ja, ja, Soldat Schwejk, er wusste, worauf es ankommt. Wilfrid Mendorf aus Ermsleben (Stadt Falkenstein / Harz) will zwar nicht unter die Soldaten, ein Gewehr hat er aber trotzdem. Denn der 72-Jährige ist Mitglied bei der Großkaliber Schützengilde 93 Konradsburg e.V. Ermsleben. Seit sieben Jahren - und seit sechs dort Schatzmeister.
Die Aufgaben eines solchen sind im Großen und Ganzen bekannt: Ein- und Ausgaben erfassen und verwalten, jährlich die Vereinsstatistik fürs Finanzamt erstellen, Mitgliedsbeiträge fristgemäß kassieren, auf rechtzeitige Begleichung von Außenständen achten. Das und manch anderes erledige Mendorf vorbildlich. So schilderte es der 1. Schützenvogt des Ermslebener Vereins, Siegbert Günther.
In seiner Begründung einer MZ-Rose für Wilfrid Mendorf steht auch, dass der gebürtige Magdeburger und gelernte Kfz-Mechaniker während seiner Mitgliedschaft bisher cirka 8000 Euro für die Großkaliber Schützengilde sponserte.
So zum Beispiel für den Bau einer vereinseigenen Kanone, die im Schützenhaus einen Ehrenplatz hat und "Graf von der Konradsburg" heißt. Weiterhin für die Anfertigung eines Wandbildes an gleicher Stelle, welches die Vereinsfahne zeigt, für den Bau der Schießhalle und die Gestaltung des Sinslebener Schützenhauses.
Doch damit nicht genug, denn Wilfrid Mendorf als einstiger Omnibusbesitzer sorgte oft unentgeltlich dafür, dass die Schützenschwestern und -brüder nach da und dort und gut wieder zurückkamen: beim Landesschützenfest in Magdeburg, beim Harzfest in Braunlage, bei Schützenumzügen und bei Vergleichskämpfen. Er selbst indes wurde sechsmal Ermslebener Schützenkönig, viermal bester Schütze des Jahres und mit Auszeichnungen des Vereins sowie des Landesschützenverbandes Sachsen-Anhalt bedacht.
Der unternehmungslustige Rentner ist noch immer als Fest- und Feiertagsfahrer tätig. So kutschiert er zum Beispiel mit seinem siebeneinhalb Meter langen Cadillac bei Hochzeiten, Jubiläen und anderen Jubeltagen die Hauptpersonen und deren Gäste sowohl in der hiesigen Region als auch in Berlin, Leipzig und anderswo nach da und dort, wohin sie es eben jeweils wünschen.
Vor allem aber bringt sich der verheiratete Vater eines Sohnes für seinen Schützenverein ein. Dass dafür die Voraussetzungen vorhanden sein müssen - unbestritten. Ebenso unbestritten jedoch Mendorfs Bereitwilligkeit, sich damit für die Großkaliber Schützengilde ins Zeug zu legen. Wenn so etwas nun der brave Schwejk wüsste - als Symbolfigur ja fast unsterblich - würde er vielleicht radebrechen: Mendorf zwar nicht bei Soldaten, trotzdem schaffen viel Gewähr!