Oberbürgermeisterwahl in Aschersleben Oberbürgermeisterwahl in Aschersleben: Vierter Stern für Andreas Michelmann

Aschersleben - Aschersleben hat entschieden: Alles soll so bleiben, wie es ist. Andreas Michelmann (Widab) wird auch in den kommenden sieben Jahren Oberbürgermeister von Aschersleben sein. Der 55-Jährige setzte sich am Sonntag deutlich gegen den einzigen Herausforderer Ralf Klar (CDU) durch. 76 Prozent der Wähler gaben Michelmann laut dem vorläufigen Wahlergebnis bis zum frühen Abend ihre Stimme. Damit fällt das Ergebnis sogar noch etwas besser aus als vor sieben Jahren, als 74 Prozent für ihn votierten.
Etwas reger war auch die Wahlbeteiligung. Die lag mit 42,5 Prozent bei knapp 24.200 Wahlberechtigten über der Marke von 2008. Damals schafften es gerade mal knapp 39 Prozent der Wähler an die Wahlurnen. Michelmann gehört mit seiner vierten Wiederwahl zu den dienstältesten Rathauschefs in Sachsen-Anhalt überhaupt. Seit 1994 leitet der studierte Germanist ununterbrochen die Geschicke der Stadt. Seine neue Amtszeit beginnt jedoch erst im Juni.
Der alte und neue Oberbürgermeister verfolgte die Stimmenauszählung am Sonntagabend gemeinsam mit seinen Wahlhelfern und Unterstützern im Grauen Hof. Gebannt erwarteten alle die Präsentation auf den Internetseiten der Stadt oder ließen ihre Handys nicht aus den Augen. Die Infokanäle sind vielfältig, und so schwirrten erste Ergebnisse schon kurz nach 18 Uhr durch den Raum. Keine halbe Stunde, nachdem die Wahllokale geschlossen hatten, war anhand der an die Wand geworfenen Säulendiagramme klar: Der Sieg ist Michelmann nicht mehr zu nehmen. „Ein Hoch auf uns“, ein von DJ Bernhard Woda aufgelegter Hit von Andreas Bourani, riss die Wahlkämpfer von den Sitzen.
"Der Stress fällt jetzt erstmal ab"
Zu den ersten Gratulanten gehörten die Eltern von Andreas Michelmann, die ihn herzlich umarmten und es in den Augen des ansonsten hart verpackten Rathaus-Chefs verdächtig glitzern ließen. „Der Stress fällt jetzt erstmal ab“, sagte er erleichtert und bedankte sich bei seinem „fantastischen Team“, das hinter den Kulissen in einem 72 Tage dauernden Wahlkampf gearbeitet hatte. Deshalb hätten jetzt alle guten Grund zum Feiern. Trotzdem wolle er am Montag um 10 Uhr normal zur Arbeit gehen.
Das wird auch Herausforderer Klar. Der zeigte sich angesichts des überdeutlichen Ergebnisses zwar enttäuscht, kündigte auf der Wahlparty im Zollhaus aber an, alle Themen, mit denen er im Wahlkampf punkten wollte, auch weiterhin energisch voranzutreiben. „Wir haben es geschafft, Aschersleben in Bewegung zu bringen.“
Bezeichnend für den Abend aber war: Klar hatte immer wieder seine Lebensgefährtin hilfesuchend umarmt. Nachdem mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt waren, flüsterte er ihr schließlich ins Ohr: „Dann muss ich halt wieder Opposition machen.“
Landtagspräsident muss Trost spenden
Bei den Wahlkampfhelfern und Parteifreunden bestätigten sich unterdessen die schlimmsten Befürchtungen. Landtagspräsident Detlef Gürth musste deshalb bei seiner verspäteten Ankunft vielen Trost spenden. CDU-Ortschef Benno Schigulski sagte, man habe gegen einen übermächtigen Gegner die Statistik nicht auf den Kopf stellen können. Dennoch habe man einen „super Wahlkampf gemacht“.
Das endgültige Ergebnis wird am kommenden Dienstag im Wahlausschuss von Stadtwahlleiter Ralf Schneider bekanntgegeben. Danach beginnt die zweiwöchige Einspruchsfrist. In der morgigen Ausgabe der MZ gibt es eine Analyse der Wahl.
Die Ergebnisse im Netz unter: www.aschersleben.de
