MZ-Serie MZ-Serie: Das Namensgeschwisterkind der Eine-Stadt

Aschersleben/Ferdinandshof/MZ - Die GPS-Daten eingegeben, 53.656826 Nord, 13.929505 Ost, und auf geht es nach Aschersleben. Dreieinhalb Stunden und 382 Kilometer später das Ortseingangsschild: Ferdinandshof, Ortsteil Aschersleben. Nur 17 Sekunden bei Innerortsgeschwindigkeit weiter dehnt sich schon wieder flaches Land. Die Dorfstraße mit ihren beiden kleinen Abzweigen hier heißt wie der Ortsteil: Aschersleben. Michael Friedrich lebt in 17379 Ferdinandshof, Aschersleben 26. Mitten drin also in einer Straße, in der bei Nummer 34 Schluss ist. Vier der Häuser stehen derzeit zum Verkauf.
Friedrich, der sich bis zum Tod seiner Frau vor anderthalb Jahren intensiv künstlerisch mit Bodypainting befasste, liebt „diesen kleinen reizenden Ort“, wie er sein Aschersleben bezeichnet. „Ich habe noch keinen Tag hier bedauert.“ Er hat nette Nachbarn, und der Ortsteil liegt ziemlich zentral. Immerhin halten hier in der Region Uecker-Randow im Landkreis Vorpommern-Greifswald ganz im Osten Mecklenburg-Vorpommerns drei Bus-Linien. „Natürlich war ich auch schon mal in Aschersleben“, sagt er und meint in dem Fall die Stadt an der Eine. „Eine hübsche, kleine Stadt mit einer freundlichen City“, erinnert er sich an seine Besuchseindrücke.
An Alter kann Aschersleben im Norden mit der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts nicht mithalten, auch wenn sich hier zwei Baudenkmale finden: die ehemalige Schule und ein Bauernhaus. Bis um 1700 gab es in dieser Gegend nur dichte Wälder und unwegsame Sümpfe, eine Pferdezucht am Scharmützel, aber sonst außer einer Heidereiterei an der Zarow keine menschliche Siedlung.
Der Heidereiter bewachte für das schwedische Pommern die Schätze des Waldes sowie die Grenze zu Mecklenburg. Ferdinandshof und diese ehemals selbstständigen Ortschaften, zu denen Aschersleben zählt, entstanden erst im 18. Jahrhundert als Glashüttenstandorte, Vorwerke oder Kolonistendörfer. Neben Michael Friedrich leben übrigens noch zwei weitere Künstler im Ort. Der Bildhauer Dieter Eidmann-Janz und seine Frau Angelika. Die Autorin, bildende Künstlerin und Kunstpädagogin Angelika Janz rief 2006 die KinderAkademie im ländlichen Raum Uecker-Randow ins Leben, um die Qualität kultureller Bildung an Kindertagesstätten und allgemeinbildenden Schulen in der kulturellen Diaspora des ländlichen Raumes zu stärken. So lautete das erklärte Ziel der Neugründung.