Ginkgo und Tagetes als Stolperfallen
Aschersleben/MZ. - Doch ein künftiger Landschaftsgärtner darf nicht empfindlich sein - Arbeit bei jedem Wetter gehört zum Beruf. Gerade legen sie noch ein Stück Rollrasen aus, dann ist die Zeit um. Beiden glitzern die Schweißperlen auf der Stirn, und obwohl sie ziemlich weitgekommen sind, ärgern sie sich ein wenig, dass sie die Aufgabe nicht vollständig lösen konnten: zu zweit eine dreimal drei Meter große Grünfläche anlegen - streng nach Zeichnung mit Pflasterfläche, Blockstufe und Anpflanzungen. "Die Zeit war knapp", findet Dustin. Der Lehrling im dritten Lehrjahr nimmt den Sonnabend in der Ausbildungsstätte in Aschersleben nicht nur als landesweiten Berufswettkampf um den Wanderpokal und die Qualifikation für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Nein, für ihn sind die Aufgaben im Wettstreit von 24 Mannschaften aus ganz Sachsen-Anhalt auch eine ideale Prüfungsvorbereitung.
Nach der Mittagspause mit Stärkendem vom Grill geht es für ihn und die anderen darum, Wissen und Können an verschiedenen Stationen zu beweisen. So wie Jacob und Maik aus Stendal, die zum Teil etwas ratlos vor einer langen Reihe von Pflanzen stehen, die sie erkennen und benennen müssen. "Hier werden wir wohl schlecht abschneiden", vermutet Jacob und freut sich schon auf die Baustelle, die nach dem Mittagessen auf ihn wartet. Christina Lichey aus Dessau, die gemeinsam mit ihrem Mann einen Gartenbaubetrieb führt und den Wettkampf unterstützt, kennt die Schwachstelle fast aller Lehrlinge. "Aber Landschaftsgärtner müssen nicht nur bauen können, sie müssen auch über Pflanzen Bescheid wissen. Das andere kann auch ein Tiefbauer", weiß sie. An weiteren Stationen müssen die 24 Mannschaften beweisen, dass sie mit Holz arbeiten können, ihnen das Vermessen eines hügeligen Geländes keine Probleme macht, dass sie sich mit dem Arbeitsschutz auskennen und mit Minibagger und Tieflader umzugehen wissen. Jens Möhle und Maik Weckerle von der Firma Gala Bau Dessau-Ziebigk haben die Aufgaben am besten gemeistert - sie konnten den Wanderpokal mit nach Hause nehmen.