Garten Garten: Nur Nachtschwärmer erleben Blütenpracht
Aschersleben/MZ. - Ein leises, aber vernehmliches Knacken, danach öffnet sich in Windeseile die erste gelbe Blüte. Dann geht es Schlag auf Schlag. In zehn Minuten erstrahlt die Nachtkerze zur Freude von Hans und Sieglinde Beucke in ihrer vollen Blütenpracht. Ein wohlriechender Duft erfüllt die immer noch 28 Grad warme Abendluft. Angelockt von dem Duft landete eine ganze Schar von Insekten auf den auffälligen gelben Blüten, gewissermaßen zum Nektar-Abendbrot. "Am Morgen ist die ganze Pracht vorbei, dann knipse ich die alten Blüten ab, um den neuen Platz zu machen", erklärte Sieglinde Beucke die Prozedur. "Alle, die das Schauspiel miterlebt haben, wollen jetzt einen Ableger von mir", lachte die Kleingärtnerin.
Als die Nachtkerze kurz vor dem Stadtfest das erste Mal blühte, hatte die Familie das Aufgehen der Blüten verpasst. "Da habe ich gedacht, was ist das für eine komische Pflanze, die nur in der Nacht blüht", sagte die Hobby-Gärtnerin. Eines Abends erlebten sie das Schauspiel. Vor einem Jahr hatte sie das kleine Pflänzchen von einer Cousine aus der Rhön mitgebracht und sie im Oktober in die Erde im Garten gesetzt. Im Frühjahr trieb die Nachtkerze aus. Sie hat jetzt eine Größe von 1,50 Meter erreicht. Bis etwa September zeigt sie jeden Abend diese Blütenpracht. Die Nachtkerze ist eine sehr genügsame Pflanze. Sie kommt mit wenig Dünger und bis auf die Blütezeit mit wenig Wasser aus. Im Spätherbst wird sie bis auf etwa zehn bis 15 Zentimeter zurückgeschnitten und überwintert im Garten.
"Ich habe die Pflanzen, die im Garten überwintern, lieber, weil sie weniger Arbeit machen", meinte die Gärtnerin. Die Gartenarbeit ist bei Familie Beucke Teamwork. "Meine Frau hat die Ideen, die ich umsetzen muss", sagt Hans Beucke schmunzelnd.