Frühjahrsputz in Quedlinburg Frühjahrsputz in Quedlinburg: Massen an Dreck übertrafen alle Vorstellungen
Quedlinburg/MZ. - Bergeweise oder besser säckeweise holten Quedlinburger Bürger mit Unterstützung des städtischen Bauhofes den durch andere achtlos in die Grünanlagen und Büsche geworfenen Unrat wieder heraus. Rund 60 Quedlinburger - Kinder, Erwachsene und Senioren - sowie mehrere Lokalpolitiker waren einschließlich Bürgermeister Eberhard Brecht und 17 Bauhofmitarbeitern dem von allen Stadtratsfraktionen unterstützten Aufruf der Quedlinburger Freiern Wählergemeinschaft zum diesjährigen Frühjahrsputz gefolgt.
Schwerpunkte setzte Harald Larisch, der Chef des Bauhofes, der quasi überparteilich die Aufgaben zu verteilen hatte, "in Bereichen, in denen wir normalerweise nicht arbeiten". Weil die Bode dem Land gehört und nicht der Stadt, waren der Fluss und seine Ufer solche. Larisch schickte die Gruppen an das Klinikum, den Brühl, die Turnstraße bis zum Itschensteg, in die Bodeufer zwischen der Oeringer Brücke und der Bahnhofsbrücke, die Bahnhofsparkanlagen und den Bahnhofsvorplatz. Die Organisatoren durchkämmten den Johannishain, der Mühlengraben am Kleers zwischen Fichten- und Erlenstraße wurde zum politischen Brennpunkt in Sachen Großreinemachen und andere kümmerten sich um den Dippeplatz und die Schmale Straße.
Bereiche, in denen der Bauhof aufgrund der Personalsituation nicht die hohen Ansprüche, die an die Innenstadt gestellt werden, erfüllen kann. "Da sind wir auf solche Aktionen angewiesen. Besser wäre es natürlich wenn die Leute ihren Müll nicht dorthin werfen", fand Larisch. "Ich mache mit, weil ich es blöd finde, dass Quedlinburg so dreckig ist", begründete die zehnjährige Pia Maack ihre Teilnahme. "Es wäre schön, wenn man eine Umgebung hat, wo alles sauber ist", fand Doreen Dörfler (11).
Die Schüler der Carl-Ritter-Schule, die die QfW neben der Bosse-Schule und den beiden Gymnasien um Hilfe gebeten hatte, waren mit sieben anderen Kindern am Brühl im Einsatz. Hinter der Turnhalle des Süderstadt-Gymnasiums und des BZG-Wohnheimes ärgerte sich Burckhard Strauch über die extreme Müllmenge. "Gerade im Umfeld einer Schule wäre es nett, wenn auch die Lehrer mal mit ihren Schülern kommen", fand er.
Der 69-jährige Günther Schwabe aus dem Drachenlochgarten sammelte am Bismarck-Turm unzählige Glasscherben auf und meinte, dass die Gleichgültigkeit der Jugend ein Generationsproblem sei. Vielleicht gebe es in der übernächsten Generation so etwas nicht mehr, hoffte er.
Wilfried Richter und Eva Ruth Siebert waren aus dem Neuendorf in den Park gekommen. Sie sammelten aus einem großen Sandkasten säckeweise Dosen und füllten anschließend altes Laub in Säcke ab. "Was uns hier erwartete, übertraf all unsere Vorstellungen", gestand Wilfried Richter. Selbst ein Heizkörper samt Rohren wurde auf die Bauhoftransporter geladen. Der zweite Frühjahrsputz in Quedlinburg "hat sich erfreulich ausgeweitet", schätzte Ulrich Weiße ein. Das QfW-Mitglied erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr nur Mitglieder der Wählergemeinschaft mit dem Bürgermeister in Aktion traten. Nun gibt es bereits Vorstellungen, zweimal im Jahr zu so einer solchen Putzaktion aufzurufen.