Erster Nachtflohmarkt Erster Nachtflohmarkt: Trödel in der Möbelhalle
Quedlinburg/MZ. - Hunderte Menschen drängen in die ehemalige Möbelhalle in der Magdeburger Straße. Obwohl es draußen noch nicht dunkel ist, hat der erste "Nachtflohmarkt" Quedlinburgs seine Türen geöffnet. Dietlind Herzog und ihre drei Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, um die Eintrittskarten an die hereinstürmenden Quedlinburger zu verkaufen. Die 51-jährige Bernburgerin hat vor zwei Jahren ihren Job als Krankenschwester an den Nagel gehängt und ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie organisiert in ganz Sachsen-Anhalt Antik-, Sammler- und Flohmärkte.
Der Grund für den Besucheransturm ist zweifellos die umfassende Plakatierung im Umkreis von 50 Kilometern um Quedlinburg. Dietlind Herzog hat zu den 70 Händlern ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut und viele ziehen mit ihrem Tross an den Wochenenden von Stadt zu Stadt. Dazu zählen auch Christel und Karl-Heinz Frenzel, die in Bernburg antike Möbel und Bilderrahmen aufarbeiten und einen kleinen An- und Verkauf betreiben.
Erstmals dabei ist dagegen Anke Jurrack aus Bad Harzburg. Die 24-jährige selbständige Forstarbeiterin verkauft ihre mit der Kettensäge geschnitzten Pilze. Zwischen Mosaikheften, Abzeichen, Mineralien, Messinggefäßen oder Biertrucks, Teddys und Puppen, Postkarten, Schallplatten und CD's werden vor allem Sammler fündig. Für viele ist es aber einfach ein Event. Karl Koch aus Thale bummelt gern über Flohmärkte. Den Eintritt zahlt er gern. "Ich suche immer was für die Modelleisenbahn", erklärt er.
Andere komplettieren ihre Briefmarkensammlung, nehmen eine Gasmaske aus NVA-Beständen oder einen Stahlhelm für den Heimgebrauch mit. Dietlind Herzog zeigt sich mit den 3 000 Besuchern zufrieden: "Vielleicht kommen wir im September wieder."