Ein erster Schritt auf dem Weg zur Scheidung
GIERSLEBEN/HECKLINGEN/MZ. - Der Ausschuss hat einstimmig beschlossen, dass die VWG "Stadt Hecklingen", die aus der Stadt Hecklingen und Giersleben besteht, sich auflösen soll und auch einer dementsprechenden Auflösungsvereinbarung den Segen gegeben.
Damit ist zunächst formal der Weg frei, damit der Stadtrat Hecklingen und der Gemeinderat Giersleben der Auflösung der VWG, wie auch die obere Kommunalaufsichtsbehörde, zustimmen können. Vorausgegangen waren ein eindeutiges Votum des Gierslebener Gemeinderates im Februar dieses Jahres, sich für die Zukunft in einer Verbandsgemeinde zu entscheiden. Auf eine Befragung der Bürger hatte die Wippergemeinde verzichtet. Den Standpunkt von Hecklingens Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche, der die Entscheidung der Gierslebener und ihren Wunsch nach größtmöglichster Eigenständigkeit und kommunaler Selbstverwaltung nachvollziehen kann, schenkte die Gierslebener Rats-Spitze wenig Vertrauen. "Wir könnten dutzende Dinge bringen, die uns bewogen haben, die VWG zu verlassen und dementsprechende politische Beschlüsse zu fassen", betonte Gierslebens Bürgermeister Benno Rietsch. Es wurde in diesem Zusammenhang daran erinnert, dass noch immer eine Liste unerledigter Dinge existiert, die mittlerweile auf fast 100 Punkte angewachsen ist. Für Gierslebens stellvertretenden Bürgermeister Peter Rietsch hat damit die Kritik an dem Miteinander noch keinen Abschluss. "Wir haben weder eine Einladung zum Festakt anlässlich des ,5 Jahre Stadt Hecklingen' oder zur Amtseinführung des Bürgermeisters erhalten", erklärte Peter Rietsch. Und bis heute sei es nicht möglich gewesen, den Gierslebenern ein Rederecht in den Stadtratssitzungen einzuräumen. Trotz dieser Differenzen äußerte Hans-Rüdiger Kosche den Wunsch, dass die jetzt anstehenden wichtigen Dinge vernünftig und reibungslos geregelt werden können. Denn die Verwaltung hat jetzt die Auseinandersetzungsvereinbarung zu erarbeiten, in der, wie nach einer gescheiterten Ehe, Hab und Gut und Rechte und Pflichten vertraglich vereinbart werden. Die Hoffnung, dass dies gut möglich sein müsste, unterstrich Gemeinschaftsausschussmitglied Günther Hoffmann. "Der Wunsch, dass Giersleben die schlechte Finanzsituation Hecklingens nicht mittragen möchte, ist verständlich. Und darum dürfen wir da keine Bremssteine in den Weg legen", positionierte sich Günther Hoffmann.