Der Puppenspieler Der Puppenspieler: Die bösen Buben kamen an

Aschersleben - Falk Pieter Ulke ist Puppenspieler. Nicht nur von Beruf, sondern auch aus Leidenschaft. Am Mittwoch gastierte er mit zwei Stücken im Ascherslebener Bestehornhaus. Sein Publikum - Mädchen und Jungen der Ascherslebener Kindertagesstätten.
Die ließen sich nicht lange bitten und stiegen nicht nur lautstark und emotional in die Stücke ein, sondern entpuppten sich als Kenner des Inhalts.
Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ - von Ulke am Vormittag aufgeführt - gehört schließlich noch zur meistgelesenen Literatur. Übrigens nicht nur von Kindern.
Der Puppenspieler:
Ulke blieb dicht an der literarischen Vorlage, präsentierte die sieben Streiche der „bösen Buben“ aus der Bildergeschichte, aber mit den Mitteln des Puppenspielers, Schauspielers und der Pantomime. Das kam an.
Egel ob es die Episode um die Witwe Bolte, um den Lehrer Lämpel, den Schneidermeister Böck, Onkel Fritze, den Zuckerbäcker, Müller oder den braven Bauersmann war.
Das junge Publikum rezitierte fleißig mit - „dieses war der zweite Streich, doch der dritte folgt sogleich.“
Der Puppenspieler: Nicht das erste Mal in Aschersleben
Rund 35 Jahre ist der Thüringer, der in Ilmenau geboren ist, inzwischen als Puppenspieler unterwegs. In Aschersleben gastierte er am Mittwoch auch nicht zum ersten Mal. Und nicht zum letzten Mal - zum Weihnachtsmarkt werde er wiederkommen, verrät er schon mal.
Die Verbindung zum Bestehornhaus sei nach mehreren Auftritten im Salzlandtheater Staßfurt, das seinerzeit die heutige Chefin der Ascherslebener Kulturanstalt, Beate Kramer, leitete, zustande gekommen.
Der Puppenspieler: Einst beim Freund ausgeholfen
Anfang der 1980er Jahre begann Falk P. Ulke neben seiner Arbeit als Werkzeugmacher mit dem Puppenspielen. Eigentlich fing alles damit an, dass ihn ein Freund bat, bei einer Aufführung auszuhelfen.
Aus dem einmaligen Aushilfsjob wurde aber mehr. Zunächst auch ohne Studium, weil er als Ex-Bausoldat in der DDR keinen Studienplatz erhielt.
Dafür nutzte Ulke nach der Wende die sich jetzt bietenden Gelegenheiten, um sich weiter zu profilieren. „1990 bis 1994 bildet er sich in den Bereichen Stimme, Steppdance und Pantomime weiter, übernahm die Leitung von Kursen und Seminaren auf nationaler und internationaler Ebene“, heißt es auf der Internetseite des Meininger Staatstheaters, an dem er derzeit engagiert ist.
30 verschiede Puppentheaterstücke gehören derzeit zum Repertoire des Thüringers. Einige - wie „Max und Moritz“ - bestreitet er allein, andere werden mit einem Partner oder im größeren Team aufgeführt. (mz)