Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft: Von hässlichen und schönen Schildern

Aschersleben/MZ - Einfach weg sind sie, die „Werbung verboten“ Schilder, welche vor lästigen kostenlosen Zeitschriften und Werbeprospekten schützen. Daneben ein Zettel von der Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft (AGW) mbH im Hausflur, dass keine neuen Aufkleber an den Briefkästen in der Otto-Lilienthal-Straße gewünscht werden. „Was soll der Quatsch, die Schilder stören doch niemanden!“, schreibt Tanja Rodriguez-Moll der MZ und bittet darum sich zu erkundigen, was denn der „Blödsinn“ soll. Ihre Mutter wiederum hatte sie darum gebeten.
Theater um die Briefkastenaufkleber
Die ältere Frau wohnt seit zwei Jahren in einem der Blocks und versteht das ganze Theater um die Briefkastenaufkleber nicht. Auch andere Bewohner hätten sich beschwert. Hinzu kommt, dass der letzte Ärger mit der Wohnungsgesellschaft nicht lange her ist. Da ging es um Satellitenschüsseln, die schleunigst entfernt werden sollten. Wer das nicht tat, erhielt einen Brief vom Anwalt und musste monatlich eine Strafe zahlen - solange, bis die Schüssel abmontiert war.
Das mit den Schüsseln kann Tanja Rodriguez-Moll noch verstehen, immerhin wurde die Außenfassade saniert. Ungerecht erscheint es ihr trotzdem, denn die meisten Mieter müssen sparsam mit ihrer Rente umgehen und jetzt Geld für einen Kabelanschluss ausgeben. Aber den „Quatsch“ mit den Briefkastenschildern versteht sie nicht mehr.
Thema mit Satellitenschüsseln
Lars Graefe, Leiter der Verwaltung und Bewirtschaftung bei der AGW, kann schlichten. „Niemand will die Mieter zwingen, die Werbung im Briefkasten zu akzeptieren, aber es sah einfach nur noch unansehnlich aus.“ Graefe berichtet von schönen Briefkastenschildern und von denen, die mit einem wasserfesten Filzstift angezeichnet wurden. „Uns geht es um Ordnung“, sagt er. Deswegen wurden die Hauseingänge im Zuge der Sanierung, die an den Häuserblocks in der Otto-Lilienthal-Straße durchgeführt werden, einmal gründlich gereinigt. „Dafür wurde eine Chemikalie benutzt, die den Dreck der letzten Jahrzehnte wegmacht - dabei lösen sich auch die besagten Schilder von den Briefkästen“, sagt Graefe. Rücksicht auf schöne und hässliche Aufkleber konnte man bei der Maßnahme nicht nehmen. Jedoch seien neue Schilder geplant. Die AGW hat sich aber für eine einheitliche Variante entschieden, die sie zur Verfügung stellen werde.
Auch zu dem Thema mit den Satellitenschüsseln kann er etwas sagen, denn wie es Leserin Tanja Rodriguez-Moll vermutet hat, möchte man die Fassade nicht beschädigen. „Es handelt sich um eine hochwertige Fassade und laut unseren Verträgen mit den Mietern sind die Schüsseln schon immer untersagt. Wir haben es nur geduldet.“