Aschersleben Aschersleben: Kino wird wieder belebt

Aschersleben/MZ - Für Ernst Karl vom Böckel, den Vorsitzenden des Aschersleber Kunst- und Kulturvereins (Akku), ist im Juli ein Traum in Erfüllung gegangen: Manuel Heischel und Sarah Lena Dorn haben das mit knapp über 30 Sitzplätzen kleine, aber sehr charmante Kino im Grauen Hof aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst. „In den letzten Jahren haben wir nur noch projektbezogen Filme gezeigt“, sagt vom Böckel. Regelmäßige Vorführungen seien - wenn auch gewollt - einfach nicht drin gewesen, „wir allein hatten die Kraft nicht“.
Mit Unterstützung des Künstlerpaars Heischel und Dorn kann nun jedoch ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Namens Kinokantine. Die Auftaktveranstaltung war ein voller Erfolg. „Und im September geht es richtig los“, so der Vereinsvorsitzende, der Heischel schon vom Telefon kannte, als sich die Wege mehr oder weniger rein zufällig ein weiteres Mal kreuzten. Denn die Verbindung zwischen Akku und Künstler stellte eine Mitarbeiterin der Grafikstiftung Neo Rauch her. Vorerst soll die Kinokantine alle 14 Tage öffnen, immer freitags, später vielleicht jede Woche. „Je nachdem wie es läuft“, sagt Heischel, der zur Zeit mit Hochdruck am Programm bis Dezember arbeitet. Das Engagement kommt nicht von Ungefähr. „Wir interessieren uns für Filme und das Interesse geht weit über den Mainstream hinaus, wir produzieren auch selbst“, erklärt er.
Der Kurzfilm „Border Cross“, der zur Kinokantinen-Premiere als Vorfilm lief, ist zum Beispiel ein Film seiner Partnerin. Dem schloss sich der preisgekrönte Streifen des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl an: „Hundstage“. „Wir wollen immer einen Vorfilm zeigen, sei es Kurzfilm, Kunstfilm, Reportage oder Porträt, und dann den Hauptfilm“, kündigt er an, ohne sich in die Karten gucken zu lassen. Nur so viel zur Vorschau: „Es wird definitiv Filme aus Spanien, Japan und Schweden geben.“ Dabei sein werde auch ein Film aus den USA - „der liegt mir sehr am Herzen“ - und ein recht „aktueller aus Deutschland, der gerade einen Preis bekommen hat.“ Um dem Namen Kinokantine gerecht zu werden, „können die Leute die ganze Zeit die Bar nutzen. Uns ist auch wichtig, dass man sie nicht einfach aus dem Kino entlässt.“ Bei Musik, Snacks und Getränken sollen sie ins Gespräch kommen.
