Mobilfunk O2 und die Telekom gewinnen Hunderttausende Handykunden
Welches ist das beste Handynetz? Vier Netzbetreiber gibt es in Deutschland, die sich einen intensiven Wettbewerb liefern. Nun zeigt sich, welche Anbieter im vergangenen Jahr am überzeugendsten waren.
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München - Im Werben um die Gunst von Handynutzern haben die Deutsche Telekom und O2 Telefónica die Nase vorn, während die Wettbewerber Vodafone und 1&1 an Boden verlieren. Wie O2 Telefónica mitteilte, gewann das Münchner Unternehmen im vergangenen Jahr unterm Strich - also nach Abzug von Kündigungen - 824.000 Mobilfunk-Vertragskunden hinzu. Damit gemeint sind SIM-Karten, für die Kunden monatlich einen festen Grundbetrag zahlen.
Die Deutsche Telekom konnte sogar um 1,18 Millionen Kunden zulegen. Die Zuwächse der anderen deutschen Netzbetreiber Vodafone (63.000) und 1&1 (plus 130.000) sind hingegen vergleichsweise niedrig - sie haben damit Marktanteile verloren.
Der Preiskampf ist hart, pro Euro bekommen die Verbraucherinnen und Verbraucher immer mehr Datenvolumen. O2 hat Ende 2024 zudem stark auf Rabatte gesetzt, damit sich Handynutzer für einen Vertrag bei dem Unternehmen entscheiden.
Die Zahl der Handy-Vertragskunden steigt in Deutschland schon seit längerem. Das liegt daran, dass Mobilfunk im Digitalzeitalter immer wichtiger wird: Viele Menschen haben mehrere Mobilfunk-Verträge, etwa für das Tablet oder das Handy des Kindes. Hinzu kommt, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland leicht gestiegen ist. Außerdem entscheiden sich immer weniger Menschen für Prepaid-Karten, bei denen sie das Guthaben aufladen müssen, und wählen stattdessen feste Tarife. Damit gelten sie als Vertragskunden.
O2 steigert Betriebsergebnis auf Höchstwert
O2 Telefónica stellte Jahreszahlen vor, denen zufolge das Unternehmen 2024 auf einen Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro kam. Das war ein Minus von 1,4 Prozent, der sich großteils mit einem regulatorischen Effekt erklärt: Die Durchleitungsgebühren, die sich Netzbetreiber gegenseitig in Rechnung stellen, wenn ein Gespräch von einem Netz ins andere übergeben wird, haben sich halbiert. Ohne diesen Sondereffekt lag das Minus noch bei 0,4 Prozent.
Das Betriebsergebnis (Ebitda) stieg um 3,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, so hoch lag der Wert bei O2 noch nie. Diese positive Entwicklung lag Firmenangaben zufolge an Effizienzmaßnahmen und lukrativeren Kunden der Eigenmarken. O2-Chef Markus Haas war zufrieden: „Wir haben ein richtig erfolgreiches Jahr hinter uns.“