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Schnappschüsse Schnappschüsse: Knipsen Handys besser als Kameras?

09.07.2012, 15:58

Nur telefonieren war gestern – Handys und Smartphones können heute surfen, spielen und fotografieren. iPhone oder Android-Smartphone gezückt, ein Klick, fertig ist der Schnappschuss. Doch kann das Ergebnis mit einer Digitalkamera mithalten?

Der Markt für Smartphones boomt: Rund 14,63 Millionen Geräte wurden 2011 nach Zahlen der GfK-Marktforschung in Deutschland verkauft, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Die kleinen Alleskönner empfangen und verschicken Mails, suchen im Internet den schnellsten Weg durch fremde Städte – und können dabei gleich noch die Sehenswürdigkeiten fotografieren. Doch als Ersatz für eine Kompaktkamera taugen Smartphones nur in wenigen Fällen.

Wie schön Fotos mit dem Smartphone werden, hängt von vielen Faktoren ab. Die wichtigsten acht im Überblick:

  • Auflösung ist nicht entscheidend
    Die Mehrheit der Smartphones hat inzwischen Kameras mit mindestens fünf Megapixeln. Doch viele Pixel bedeuten nicht zwingend gute Bildqualität: „Wichtig ist auch die Größe des Bildsensors“, sagt Ronald Dammschneider von der Stiftung Warentest. Dieser fällt bei Smartphones oft sehr klein aus. Bei einer sehr hohen Auflösung müssen sich viele Bildpunkte den geringen Platz teilen. Es entstehen unschöne Muster, Konturen verschwimmen, die Farben strahlen nicht mehr: Das Bild „rauscht“.
  • Autofokus und Handling sind große Schwachpunkt
    Viele Smartphones verfügen inzwischen über einen Autofokus. Dieser stellt aber meistens einfach alle Objekte im Sucher scharf, erklärt Wolfgang Pauler, Redakteur des Technik-Portals „Chip Online“. Porträts mit unscharfem Hintergrund, mit Tiefe, seien so nicht möglich. „Der Autofokus bei Digitalkameras arbeitet hier meist feiner.“ Hinzu kommt, dass Smartphones zum Fotografieren oft mit nur einer Hand gehalten werden können, die andere Hand muss auf dem Touchscreen den Auslöser betätigen. „Fotos werden dann schnell schief“, warnt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. Wer mit seinem Smartphone viel fotografieren will, greift deshalb am besten zu einem Gerät mit physischem Auslöser am Gehäuserand.
  • Nur Nahaufnahmen sind nachts ordentlich
    „Bei Dämmerung oder nachts versuppen die meisten Smartphone-Fotos“, sagt Tobias Habura vom Magazin „Photographie“. Höchstens bei Nahaufnahmen sei die Qualität ordentlich. Gruppenbilder in der schummerigen Kneipe oder ein Panoramabild der nächtlichen Skyline könne man mit dem Handy aber in der Regel vergessen, sagt Wolfgang Pauler: „Ich kenne kein Modell, bei dem man selbst die Belichtungsdauer erhöhen könnte.“

(dpa,dmn,tn)