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Superfood Exotische Frucht: Kokosnuss als Trendprodukt

Von Antonie Städter 20.11.2016, 12:00
Eine Kokosnuss
Eine Kokosnuss MZ

Halle (Saale) - Der Kosmos der Kokosnuss, er war früher deutlich kleiner als heute. Zumindest in hiesigen Breiten. Da wurden Desserts mit Kokosraspeln dekoriert, es gab kleine, mit Schokolade überzogene Nasch-Berge, die Kokosflocken.

Vor allem in der Adventszeit wurden saftige Kokosmakronen gebacken und für die beliebte Kekstorte „Kalter Hund“ verwendete man Kokosfett. Und dann waren da natürlich noch die kleinen weißen Kokos-Kugeln, für die schöne Frauen in Weiß vor Urlaubskulisse warben. All das gibt es natürlich auch heute noch. Aber noch viel mehr.

Die Kokosnuss, sie läuft jetzt oft unter dem viel beschworenen Begriff „Superfood“, weil sie, wie beispielsweise auch Chia-Samen, Matcha-Tee oder Goji-Beeren, so gesund sein soll. Und entsprechend viele Produkte rund um die Palmenfrucht gibt es inzwischen - von Kokosmehl bis Kokosblütenzucker.

Wie öffnet man eine Kokosnuss?

Kurz gesagt: Die Kokosnuss liegt kulinarisch (und übrigens auch in der Kosmetik) mächtig im Trend. Sie kommt in der veganen Küche häufig zum Einsatz, etwa in Form von Kokosmilch, die anstelle von Kuhmilch oder Sahne verwendet wird. Sie entfaltet ihr Aroma sowohl in süßen als auch herzhaften Speisen. In Gebäck und Desserts, aber etwa auch in asiatischen Suppen oder Currys. Und natürlich in Cocktails wie Piña Colada.

Doch bevor es an die Rezepte geht, muss die wichtigste Frage in Sachen Kokosnuss beantwortet werden: Wie an das Innere herankommen? Eine Methode, die oft empfohlen wird, ist diese: Zunächst wird in eines der drei Keimlöcher mit einem sauberen Schraubenzieher oder Korkenzieher ein Loch gebohrt, damit das Kokoswasser ablaufen kann.

Dann mit einem Hammer einmal außen an der Frucht herum klopfen, bis diese bricht, und das Fruchtfleisch mit einem Messer herauslösen. Schon vorher, beim Einkaufen, wird der Schütteltest gemacht: Je mehr Wasser sich in der Frucht befindet, desto frischer ist diese. Experten raten außerdem, auf Bio- und Fairtrade-Siegel zu achten.

Kokoswasser und Kokosmilch sind nicht das Gleiche

Das Kokoswasser ist es auch, über das ein weit verbreiteter Irrtum besteht. Es ist nicht - wie oft angenommen - das Gleiche wie Kokosmilch. Diese ist weitaus kalorienreicher als das angesagte Kokoswasser und wird aus dem zerkleinerten Fruchtfleisch der Kokosnuss und (Kokos-)Wasser hergestellt. Das fast durchsichtige Kokoswasser wird derweil aus der (noch unreifen) Kokosnuss gewonnen.

In den Ursprungsländern der Kokospalme wird es als Erfrischungsgetränk gern direkt aus der Frucht getrunken, hierzulande gibt es das Wasser im Tetrapak zu kaufen. „Je nach Sorte und Größe enthält eine Kokosnuss durchschnittlich zwischen 200 ml und 1 Liter Wasser und damit sehr viel mehr als die reife Frucht“, schreibt die Australierin Brynley King in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Superfood Kokos“. Kokoswasser sei reich an Ballaststoffen, Enzymen, Vitamin C, Mineralien sowie Spurenelementen.

Die Mittzwanzigerin, die sich selbst als „Kokosfreak“ bezeichnet, weiß, wovon sie schreibt: „In meinem Leben dreht sich alles um Kokosnüsse.“ Denn Brynley King ist auf der Fidschi-Insel Banaba groß geworden, wo ihre Mutter und ihr Stiefvater eine Firma für Kokosprodukte gegründet haben. In ihrem Buch zeigt sie, welche - auch ungewöhnlichen - Gerichte sich mit Kokos zubereiten lassen, und zudem, wie Kokosöl bei der Schönheitspflege oder gar im Haushalt genutzt werden kann.

Süße und herzhafte Rezepte - kochen mit der Kokosnuss

Die Rezepte reichen vom Kokoscurry bis zum Salzkaramell-Macadamia-Cheesecake, dessen Boden aus Datteln, Kokosraspeln, Macadamias und Kokosöl besteht. Bei den Getränken wird mal ein grüner Minz-Schoko-Smoothie mit Spinat (und Kokosmilch) kredenzt, mal ein Mojito, der mit Kokoswasser gemixt wird. Und Brynley Kings Bananenbrot müsste - wenn man die Zutaten betrachtet - eigentlich Kokosbrot heißen: Darin stecken neben Kokosmilch auch Kokosjoghurt, Kokosöl, Kokosmehl und Kokoszucker.

Womit wir bei der enormen Vielfalt der Kokosprodukte wären, die heute zu haben sind. Neuerdings sehr beliebt ist zum Beispiel Kokosblütenzucker, der wie auch der Kokosblütensirup aus dem Blütennektar der Kokospalme gewonnen und als Süßungsmittel genutzt wird. Der braune Zucker, der deutlich teurer ist als herkömmlicher, hat ein herbes Karamellaroma, schmeckt also nicht wirklich - wie der Name vermuten lässt - nach Kokos.

Ebenfalls sehr gefragt und gewissermaßen ein Trendprodukt ist Kokosöl, das keine flüssige, sondern eine feste bis cremige Konsistenz hat und sich stark erhitzen lässt. Es wird aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnen, bei der es sich übrigens botanisch nicht um eine Nuss, sondern um eine Steinfrucht handelt. Kokosöl wird manchmal auch als Kokosfett bezeichnet. Bedeutsam ist bei beidem die Herstellungsweise und Qualität, die von kaltgepresst bis gehärtet reicht. Anwendung findet Kokosfett zum Beispiel auch in Eiskonfekt: Darin sorgt es für den Kühleffekt.

Während Kokosraspel (oder die größeren -chips) zu den Standardzutaten zählen, ist Kokosmehl hierzulande ein noch relativ neues Produkt. Es wird aus dem getrockneten und entölten Fruchtfleisch der Kokosnuss hergestellt und hat einen großen Vorteil: Es ist glutenfrei und so auch für Menschen mit Glutenunverträglichkeit geeignet. (mz)

Brynley Kings Buch mit dem Namen Superfood Kokos ist bei Amazon erhältlich.

Superfood Kokos von Brynley King
Superfood Kokos von Brynley King
MZ