Gartenhäuser Gartenhäuser: Vom Geräteschuppen bis zur Party-Laube

Leonberg/dpa. - Gartenhäuser sind in Eigenheim-Siedlungen sehr verbreitet. Oft dient das Holzhäuschen als Aufbewahrungsort für Rasenmäher, Gartengeräte, Mülltonnen oder Fahrräder.
Aber auch als zusätzliches Kinderspielzimmer oder Partylaube kann es im Sommer nützlich sein. Doch ganz nach Belieben einen Schuppen auf das Grundstück zu setzen, geht nicht immer: Mancherorts sind Baugenehmigungen notwendig - oder es droht Streit mit dem Nachbarn, wenn das Gartenhaus Schatten auf dessen Terrasse wirft. Auch die baulichen Aspekte vom Fundament über den Anstrich bis zur Begrünung verlangen Know-How und eine überlegte Planung.
Die Palette an Gartenhaus-Modellen ist groß. «Aus Holz gibt es sie als so genannte Elementhäuser, bei denen die vorgefertigten Wände nur zusammengeschraubt werden», sagt Johanna Meessen von der Baumarktkette OBI. Aufwendiger ist das Errichten rustikaler Blockbohlenhäuser, denn die Holzbohlen müssen aufeinander geschichtet werden.
«Damit ein Holzgartenhaus einen guten Stand hat, sollte es möglichst auf ein Streifenfundament gesetzt werden», rät Meessen. Wichtig sei auch ein etwa 20 Zentimeter breiter Kiesstreifen rund ums Haus, um es gegen Feuchtigkeit zu schützen und damit der Gefahr des Verfaulens vorzubeugen.
«Die Errichtung vorgefertigter Gartenhäuser ist nicht schwierig», sagt Robert Engelhardt von der Deutschen Heimwerker Akademie in Leonberg in Baden-Württemberg. Sowohl bei Element- als auch bei Blockbohlenhäusern könne diese Arbeit von Heimwerkern bewältigt werden. Um ein Streifenfundament zu bauen, brauche der Heimwerker jedoch Angaben darüber, wie dieses auszusehen hat. Danach könne er selbst ausschachten und betonieren.
Geschickte Heimwerker können Gartenhäuser aus Holz auch selbst entwerfen. «Diese Eigenkonstruktionen sind oft preisgünstiger als vorgefertigte Modelle», so Peter Himmelhuber, Gärtner und Fachautor aus Regensburg. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie persönlichen Ansprüchen und Vorstellungen entsprechen. So kann etwa das Häuschen mit einem zusätzlichen Gewächshaus kombiniert werden.
«Wer sich ein Holzhaus im eigenen Garten bauen möchte, sollte zunächst überlegen, wofür er es braucht und ob die Proportionen zum Grundstück und den späteren Nutzungsmöglichkeiten passen», sagt Himmelhuber. Sollen zum Beispiel Rasenmäher und Fahrräder untergebracht werden, brauche man viel Platz. Dies gelte es bei der Planung unbedingt zu beachten.
Holzhäuser können mit farbigen Lacken oder Lasuren gestrichen werden. «Eine gute Möglichkeit, das Häuschen optisch unauffällig zu verstecken, ist das Beranken mit Kletterpflanzen», sagt Himmelhuber. Beachtet werden sollte auch die Dachform. Ein Pultdach sehe oft hübscher als ein Satteldach aus. Es gebe auch viele Möglichkeiten, ein Dach zu begrünen.
«Beim Kauf oder Selbstbau eines Schuppens muss geklärt werden, ob zum Errichten des Gartenhauses eine Baugenehmigung notwendig ist», rät Meessen. Sonst könne es später Konflikte mit der örtlichen Baubehörde geben. Die Bestimmungen seien praktisch in jeder Stadt unterschiedlich. Daher sollten sich Bauwillige zunächst beim zuständigen Bauamt über mögliche Auflagen oder Einschränkungen informieren. «Auch Nachbarschaftsärger lässt sich vermeiden, indem man frühzeitig mit den Nachbarn über das Projekt spricht», empfiehlt Himmelhuber.