Achtung GEZ-Abzocke! So wollen fragwürdige Webseiten arglose Nutzer vom Rundfunkbeitrag befreien
Gibt es eine neue Abzocke beim Rundfunkbeitrag? Verschiedene Webseiten bieten gegen Geld eine Befreiung von der GEZ-Zahlungspflicht an. Doch Verbraucherschützer schlagen Alarm.

Magdeburg/Halle (Saale). - Der Rundfunkbeitrag ist seit Jahren umstritten. Immer wieder gibt es Versuche, sich der Zahlungspflicht zu entziehen. Nun werben zwei Webseiten mit dem Versprechen, Kunden dauerhaft von der Beitragszahlung zu befreien – gegen eine Gebühr von 55,08 Euro. Wie seriös ist das und was steckt wirklich dahinter?
Dubiose Geschäfte mit dem Unmut der Gebührenzahler
Die Webseiten beitragsblocker.de und keinrundfunkbeitragmehr.de bieten eine scheinbar einfache Lösung an: Wer ihre Dienstleistung in Anspruch nimmt, soll sich erfolgreich gegen die Zwangsvollstreckung des Rundfunkbeitrags wehren können. Betreiber der Seiten ist das niederländische Unternehmen Redcap B.V.
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Die Hauptargumentation der Anbieter: Gerichtsvollzieher seien nicht berechtigt, den Rundfunkbeitrag zu vollstrecken, da sie angeblich keine Beamten mehr seien.
Argumentation ohne rechtliche Grundlage
Tatsächlich ist diese Behauptung jedoch falsch. Gerichtsvollzieher sind nach wie vor Landesbeamte und haben das Recht, offene Forderungen einzutreiben. Experten aus Justiz und Verbraucherverbänden bezeichnen die Argumentation der Webseiten als haltlos.
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Juristen weisen darauf hin, dass Kunden durch solche Angebote nicht von ihrer Zahlungspflicht befreit werden und im schlimmsten Fall sogar noch mehr Probleme bekommen könnten.
Verbraucherschützer warnen vor GEZ-Abzocke
Die Verbraucherzentrale Bayern und das Europäische Verbraucherzentrum halten das Angebot für unseriös. Kunden zahlen Geld für ein Versprechen, das nicht eingelöst werden kann.
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Auf der Bewertungsplattform Trustpilot sprechen Nutzer von „Abzocke“ und berichten, dass trotz Nutzung des Services der Rundfunkbeitrag vollstreckt wurde.
Sitz im Ausland erschwert Klagen aus Deutschland
Da Redcap B.V. seinen Sitz in den Niederlanden hat, sind rechtliche Schritte für Betroffene in Deutschland schwierig. Das Unternehmen ist nicht zum ersten Mal mit fragwürdigen Geschäftspraktiken aufgefallen: Bereits während der Corona-Pandemie bot es zweifelhafte Dokumente zum Kauf an, darunter gefälschte Maskenbefreiungen und Impfunfähigkeits-Bescheinigungen.