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Dessous Dessous: Verspielt, aber erwachsen

Von Susanne Collins 08.02.2011, 13:14
Fraulich, verrucht, elegant: Die Wäsche im kommenden Sommer wirkt mit Push-up und Strümpfen verführerisch, wie bei Esprit zu sehen. (FOTO: DPA)
Fraulich, verrucht, elegant: Die Wäsche im kommenden Sommer wirkt mit Push-up und Strümpfen verführerisch, wie bei Esprit zu sehen. (FOTO: DPA) dpa-tmn

Köln/dpa. - Spitze! Genau das sollen Frauen im kommendenFrühjahr und Sommer tragen. Ob durchsichtig, unterlegt oder nur alsDruck ist der als aufreizend geltende Spitzenstoff angesagt.Allerdings hat die Wäsche untendrunter dafür auch wieder etwas mehrStoff. «Alles darf ein bisschen eleganter und weiblicher sein», sagtdie Unterwäsche-Expertin Martina Metzner. «Der String verliert immernoch an Bedeutung. Der Hipster ist bei jungen Frauen sehr beliebt,reifere Damen greifen eher zum Slip.»

Beide Höschen-Formen würden kombiniert mit Korsagen und Push-ups,sagt Metzner, die für das Branchenmagazin «Textilwirtschaft»arbeitet. Und je jünger die Frau sei, desto stärker sei der Wunsch,die eigene Weiblichkeit herausstellen. Deshalb würden gerade jungeLinien wie edc by Esprit oder s.Oliver diese Teile verstärkt anbieten- und damit auch bei Kundinnen Anklang finden, die zuvor eher beietablierten Wäschemarken gekauft hätten.

Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Institutsin Köln, stellt ein zunehmenden Spiel mit solchen Gegensätzen in derMode fest. So würden etwa biedere Versatzstücke früherer Zeiten, wieetwa das Mieder und die Korsage, aktuell von jungen Frauen bewussthervorgeholt und spielerisch und lustvoll eingesetzt. «Man sieht etwaKorsagen in der Oberbekleidung - das spiegelt sich auch in derUnterwäsche wieder», sagt der Trendexperte.

Diesen Gegensatz zeigen auch neue Schnitte und aufreizendeAusführungen der bis vor kurzem noch bieder wirkenden Shape-Wear. Inden Kollektionen der körperformenden Unterwäsche, die inzwischenquasi alle gängigen Hersteller anbieten, gibt es auch sexy Push-ups,Hipster-Strings mit etwas breiteren und damit weniger einschneidendenSeitenteilen und Highwaist-Painties. Diese hüfthohen Miederhosengreifen die bereits aus der Damenoberbekleidung bekannte Hommage andie 50er und 60er Jahre auf. Beispiele für den Retro-Stil à laMarilyn Monroe oder Sophia Loren finden sich etwa bei Princesse tamtam und Wolford.

Doch die vermeintlich langweilig oder verstaubt anmutendenMiederhöschen sind alles andere als bieder. Statt der oftmalsgängigen Beige-Töne werden diese Shape-Höschen auch verstärkt inFarben und mit Spitze angeboten. Dieser Trend kommt wie so vieles ausder Musikbranche. So trägt etwa der US-Popstar Katy Perry(«California Girls») Miederhöschen in Kunterbunt und wie Unterwäscheanmutende Shirts.

Daneben gehören jedoch auch geradezu jugendlich wirkende Farben inden Kleiderschrank, sagt Petra Camp, Head of Productmanagement beiTriumph aus München. Denn wer ihren Angaben zufolge in den kommendenMonaten auch unter den Klamotten zum Trend-Setter gehören möchte,sollte schnell nachschauen, ob sich im Schrank ein pinkfarbenesWäschestück findet. Gerade solche taillenformende Panties mitpassendem Push-up-BH in der Farbe Pink seien im Trend, aber auchromantischere Teile in den gewohnten Formen. So versieht etwa Cheekdie rosaroten Träume mit Blümchen-Applikationen, Bruno Banani mitPunkte-Muster. In einem satten Ton passen diese Stücke gut zumderzeit angesagten, gewagten Farbmix in der Oberbekleidung.

Auch Blumenmuster in verschiedensten Stilen, zumeist inPastelltönen, sind in fast jeder Kollektion zu finden. Viele Stückehaben Rüschen, wie bei Undercolors of Benetton zu sehen, oderfiligrane Stickereien, wie bei Triumph.

Das fröhliche Pink und Pastell lässt die Wäsche leicht wirken.Daneben sind natürlich auch die Dessous-Standardfarben Schwarz undWeiß weiterhin beliebt. Aber auch saisonale Farben wie das blaueLapis trägt man, etwa bei Mey Bodywear zu sehen. Sie lassen sich gutmit Unterwäsche-Stücken in dem ebenso angesagtem Eisgrau oderElfenbein kombinieren. Denn es werde wieder mehr gemischt, sagtMetzner. Das sogenannte Mix-and-Match-Prinzip erlaubt, BH und Höschenzu kombinieren, die nicht unbedingt zueinander passen. «Dies zeigtsich beispielsweise in einer stärkeren Nachfrage nach modischenEinzelslips.»