Kunst Kunst: Neues Museum in Chemnitz zeigt 2500 Werke

Chemnitz/Leipzig/dpa. - Das von Bundespräsident Horst Köhler eröffneteMuseum Gunzenhauser beherbergt fast 2500 Kunstwerke aus der Sammlungdes Münchner Galeristen Alfred Gunzenhauser (81), darunter mit 290Werken den weltgrößten Otto-Dix-Bestand. Der Wert des Kunstschatzeswird auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt. Viele der Werke warenbisher nicht oder nur ganz selten öffentlich zu sehen. Weil die Stadtdem Sammler ein eigenes Museum bot, stach Chemnitz Mitbewerber wieDresden und München aus. In Leipzig ist erstmals seit fast siebenJahrzehnten der berühmte Museumskomplex «Grassi» wieder komplett.
Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sieht in einerMitteilung den «Dreiklang der sächsischen Museumslandschaft»abgerundet. «Neben Dresden als der "Stadt der Alten Meister" undLeipzig mit seiner herausragenden Sammlung der zeitgenössischen Kunsttritt Chemnitz als die "Stadt der Moderne". Dieser Dreiklang isteinmalig in Deutschland.»
Gunzenhauser hatte seine Kunstwerke 2003 in eine Stiftungeingebracht, die ihren Sitz in Chemnitz hat. Dafür erfüllte dieKommune dem Sammler seinen Lebenstraum von einem eigenen Museum. Inzweieinhalbjähriger Bauzeit wurde ein 1930 im Stil der NeuenSachlichkeit errichtetes Sparkassen-Gebäude saniert. BundespräsidentKöhler würdigte das Engagement der Stadt als ein leuchtendesBekenntnis zur Kunst und zur freiheitlichen Gesellschaft. Am Sonntagöffnete der Stifter der Werke persönlich das Museum für Besucher.Tausende Gäste aus ganz Deutschland strömten nach Chemnitz.
In Leipzig wurde unterdessen die Rückkehr des Museums fürAngewandte Kunst in das nach dem Bankier Franz Dominic Grassibenannte Museum gefeiert. Der nach 68 Jahren wieder komplettierteGrassi-Komplex beherbergt auch das Völkerkunde- und dasMusikinstrumente-Museum. Dies sei ein wichtiger Tag für diesächsische und europäische Kulturlandschaft, sagte die Direktorin desGrassi-Museums, Eva-Maria Hoyer. Das Museum für Angewandte Kunst warbis zu seiner Schließung und späteren Zerstörung im Zweiten Weltkriegeines der bedeutendsten seiner Art in Europa. Nach umfangreicherSanierung will es mit rund 90 000 Exponaten von der Antike bis zurGegenwart an diese Position anknüpfen.
Der erste Rundgang «Von der Antike bis zum Historismus» zeigt 2000Kunstschätze. Bis 2009 soll das Museum auf rund 5000 Quadratmetererweitert werden. Die aktuelle Schau präsentiert Exponate aus 2500Jahren Kunst- und Kulturgeschichte, zum Beispiel antike Handspiegel,Gräberfunde aus Ägypten, Gläser aus nachrömischer Zeit, spätgotischeSchnitzplastiken und die hölzerne Wandverkleidung eines römischenKlosters.