„Kalender Girls“ in Dresden

„Kalender Girls“ in Dresden: Grandes Dames der DDR-Schauspielkunst

Dresden/dpa - Vier Diven der DDR-Schauspielkunst, eine Sängerin und die deutsche Stimme von Jane Fonda, Meryl Streep und Catherine Deneuve sind die Dresdner „Kalender Girls“. Renate Blume, Ursula Karusseit, Uta Schorn, Walfriede Schmitt, die „Lütte“ Angelika Mann und Viktoria Brams ziehen allabendlich in der Comödie alle Register ihres Könnens - bis zur Enthüllung. „Jede Vorstellung ist eine neue Herausforderung“, sagen die ost- und westdeutschen Publikumslieblinge unisono. Dabei liegen hinter jeder der Künstlerinnen - fünf sind schon Rentnerinnen - erfolgreiche ...

Vier Diven der DDR-Schauspielkunst, eine Sängerin und die deutsche Stimme von Jane Fonda, Meryl Streep und Catherine Deneuve sind die Dresdner „Kalender Girls“. Renate Blume, Ursula Karusseit, Uta Schorn, Walfriede Schmitt, die „Lütte“ Angelika Mann und Viktoria Brams ziehen allabendlich in der Comödie alle Register ihres Könnens - bis zur Enthüllung. „Jede Vorstellung ist eine neue Herausforderung“, sagen die ost- und westdeutschen Publikumslieblinge unisono. Dabei liegen hinter jeder der Künstlerinnen - fünf sind schon Rentnerinnen - erfolgreiche Karrieren.

„Kalender Girls“ von Tim Firth erzählt die wahre Geschichte eines britischen Clubs für Hausfrauen, die mit einem Pin-up-Kalender Geld für eine Krebsstiftung sammeln. Die Darstellerinnen der sechs Figuren hat das Stück zu Freundinnen gemacht, die in Verbindung bleiben, wie die 63- bis 73-Jährigen einstimmig bekennen. Es ist ihre erste künstlerische Zusammenarbeit als Team. „Wir kannten uns aber alle irgendwie“, sagt Blume. Von der Schauspielschule Ernst Busch Berlin oder durch die Arbeit - Schorn und Karusseit gehören zum Team der Sachsenklinik in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“, Karusseit und Schmitt spielen gemeinsam Theater.

Jede hatte die Zusage vom Ja der Anderen abhängig gemacht. Comödie- Intendant Christian Kühn wollte genau diese Mischung von DDR- und Weststars als Zugpferde. Von ihrer Bescheidenheit und Offenheit der gestandenen Mimen schwärmt auch Regisseur Dominik Paetzholdt. „Ich hatte noch nie ein Ensemble, das sich so eingelassen hat auf das, was ich wollte.“ Ihr Verhältnis sei fast mütterlich geworden, erzählt der 35-Jährige. Und auch wenn der Vorhang gefallen ist, bleiben die Kalender Girls eine Art Clique. Erst lassen sie sich von den Fans feiern, dann geht es in die Hotelhalle.

„Das ist unsere Ecke“, sagt Blume und zeigt auf mehrere Sofas. Dort wird bis in die Nacht über das Stück gesprochen, aber auch über Privates, das Leben, Gott und die Welt, und Ideen. „Das ist eine richtige Bereicherung mit den netten Ladies“, schwärmt Brams, 20 Jahre die Inge Busch in „Marienhof“ und die einzige ohne DDR- Erfahrung. Sie kannte dafür ihre Bühnenfigur schon: 2003 war sie die deutsche Stimme von Helen Mirren als Chris im britischen Film „Calendar Girls“.

Zickenkrieg und Neid ist dem Sextett fremd. Das Alter bringe die Gelassenheit, nicht ständig im Vordergrund stehen zu müssen, sagt Blume. Keine von ihnen wollte mit jüngeren Kollegen tauschen, alle wollen weiter spielen, so lange sie den Text behalten können.

Miss Marple würde Karusseit schauspielerisch reizen, Brams liebäugelt mit den „Golden Girls“ - da würden die Anderen sofort mitmachen. Die „Kalender Girls“ sind für sie eine Art Zuhause, bekennen alle. Dort lassen sie selbstbewusst allabendlich auch die Hüllen fallen - bis auf ein Höschen. „Als wir jung waren, hätten wir das niemals gemacht, jetzt ist es wurscht.“ Ein Tag im Wellnessbad hat geholfen, den letzten Rest Scheu abzulegen, erzählt Blume. „Da war alles gesagt.“