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Dessau Dessau: Eine Spurensuche nach den Reserven in der Kunst

23.08.2006, 18:11

Dessau/MZ/ahi. - Dass sie mit dieser guten Absicht am rechten Ort sind, steht außer Frage: Der schonende Umgang mit den Rohstoff-Reserven ist schließlich eine der ökologischen Kardinaltugenden.

Dass einige der Teilnehmerinnen freilich auch mit der Ressource Originalität geizen, scheint weniger zwingend. Sophie Kreidts Installation zum Thema Wasser kann als Mischung aus Multikulti und Easy Listening kaum überraschen, auch Isolde Loocks Jogging-Video läuft dem eigenen Anspruch hinterher.

Fast scheint es so, als wären traditionelle Medien und Methoden dem Gegenstand angemessener - etwa die Gouachen von Tamara Ebert, die das Konfliktpotential zwischen kulturellem Wollen und natürlichem Werden in Text-Bild-Kombinationen beschreiben. Ihre räumliche Nähe zu den Piktogrammen, in denen Irene Jourdan-Koch "Biostrukturen" festhält, rechtfertigt sich so auch ästhetisch. Dass Jutta Geiers strukturstarke Wald-Fotografien und Brita Lauers farbsatte Luftaufnahmen gigantischer Eis- und Wasseroberflächen ihren Reiz vor allem aus der Entdeckung grafischer Strukturen in realen Rohstoff-Reservoirs gewinnen, schafft eine weitere Verbindung.

Doch spätestens nachdem man die assoziative Arbeit von Lisa Schmitz zur Fürst-Pückler-Bibliothek in Branitz oder die großen floralen Serien von Andrea Küster mit Wohlgefallen betrachtet hat, drängt sich die Frage nach der Tiefenschärfe dieser Auswahl auf. Wenn man eine bereits 2004 in Cottbus unter dem Titel "Aus-Sichten" gezeigte Auswahl mit einem neuen Etikett versieht, zeigt sich zwar die thematische Belastbarkeit von einzelnen Exponaten. Ob diese verspielte Dekoration aber tatsächlich dem Thema gerecht wird, mit dem man vor Ort tagtäglich umgehen muss, darf bezweifelt werden.

Bis 28. September, montags bis freitags, 9 bis 20 Uhr