Bundesvision Song Contest Bundesvision Song Contest: ist der Sieger der Herzen
Berlin/MZ. - „Wir haben schon gewonnen, wir haben schon gewonnen“ drang es schon eine Stunde vor Beginn des Bundesvision Songcontests aus der Garderobe von Silly. Trotz aller Aufregung hat sich die Band noch Zeit für ein kurzes Gespräch mit der MZ genommen. „Wir sind total froh, hier zu sein und das ist nach all den Jahren der größte Erfolg für uns“ klärte Gitarrist Uwe Hassbecker über die Garderobengesänge auf. „Deswegen ist es auch egal wie wir abschneiden, wir sind hier und haben schon gewonnen … “ und sofort singt die ganze Band wieder mit: „Wir haben schon…“. Die Aufregung unter den Mitgliedern der Familie „Silly“ war also groß, aber das ist nach diesem Comeback auch kein Wunder.
Doch bis zur Entscheidung war es noch ein langer Weg mit vielen Bergen und Tälern, den die Fernsehzuschauer und die Fans in der Halle zu überstehen hatten. Die Konkurrenz für „Silly“ war groß. Mit „Ich und Ich“ (Berlin), „Selig“ (Hamburg), „Unheilig“ (Nordrhein-Westfalen) und „Blumentopf“ (Bayern) standen etablierte und erfolgreiche Bands auf der Bühne in Berlin. Mit der „Blockflöte des Todes“ aus Sachsen, den Thüringern „Norman Sinn & Ryo“ oder „Stanfour“ aus Schleswig Holstein betraten Newcomer die Bühne, deren Sieg wohl eine große Überraschung gewesen wäre und viele Überraschungen gab es in der sechsten Auflage der Show ohnehin nicht.
Zumindest den Newcomern aus Thüringen schien dies nichts auszumachen. „Wir machen den besten Platz“, so Normann & Ryo, die mit Clueso einen erfahren Buvisoco-Veteran an ihrer Seite hatten, vor ihrem Auftritt.
Einigkeit und Skepsis hingegen herrschten im rot gekleideten Fanblock von Sachsen-Anhalt. „Ich fand die Show von Blumentopf sehr beeindruckend und Unheilig werden auch viele Fans haben, die für sie abstimmen. Aber Silly kommt sicher ins erste Drittel“, waren sich Sabine Borns und Ellen Richter, die extra aus Magdeburg angereist waren, sicher. „Die Show ist perfekt, aber es wird verdammt schwer für Silly werden“, stimmten ihnen Nicole Sindermann und Andy Eichholz zu, die, ebenfalls ganz in Silly-rot gekleidet, der Abstimmung entgegenfieberten.
So folgten in der voll besetzten Max Schmeling Halle Act auf Act, während sich Moderator Stefan Raab professionell durch das Programm freute. Schade war, dass die Abfolge der Bands wohl nach ihrem Bekanntheitsgrad gestaffelt wurde, so dass erst Newcomer auf Newcomer und dann die bekannten Bands auftraten.Nach zwei Stunden Marathonkonzert folgten dann die Schaltungen in die einzelnen Bundesländer, die ihre Stimmverteilung aus dem Voting bekannt gaben. Kurz nach den ersten Bundesländern war das Rennen schnell entschieden, auch wenn Raab versuchte, die Spannung hoch zu halten. „Unheilig“, die gerade die größten Radioerfolge haben, verwiesen „Silly“ auf Platz zwei und die Berliner „Ich und Ich“ auf den dritten Rang. Im Sachsen-Anhalt-Block herrschte ein Wechselbad der Gefühle. Man war stolz, glücklich und ein wenig traurig, denn es fehlte nicht viel zum Sieg. Doch nach dem blamablen letzten Platz im Jahr 2009 nach dem Auftritt von „Angelas Park“ konnten die Sachsen-Anhalter voller Stolz und mit geschwellter Brust die Arena verlassen.
Und Silly? „Wahnsinn“, „Cool“, „Damit hätten wir nicht gerechnet“, entfuhr es Anna Loos, Uwe Hassbecker, Ritchie Baton und Jäcki Reznicek nach dem für sie überraschenden zweiten Platz. „Dass wir nach 14 Jahren wie Phoenix aus der Asche aufsteigen und aus allen Bundesländern so viele Stimmen bekommen, hätte ich mir nicht zu träumen gewagt“, so Silly Gitarrist Uwe Hassbecker zu dem zweiten Platz, der sicher ein Höhepunkt in der Comebackgeschichte von Silly ist.