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Bad Frankenhausen Bad Frankenhausen: Tübke beendete vor 20 Jahren sein Panorama-Gemälde

12.09.2007, 06:34
Werner Tübke vor seinem Monumentalgemälde «Frühbürgerliche Revolution in Deutschland» in der Bauernkriegs-Gedenkstätte auf dem Schlachtenberg bei Bad Frankenhausen. (Foto: dpa)
Werner Tübke vor seinem Monumentalgemälde «Frühbürgerliche Revolution in Deutschland» in der Bauernkriegs-Gedenkstätte auf dem Schlachtenberg bei Bad Frankenhausen. (Foto: dpa) dpa/dpaweb

Bad Frankenhausen/dpa. - «Mit dem Schuh desSchmeichlers füllte er den letzten weißen Fleck in dem 14 mal 123Meter großen Monumentalbild», sagte Museumssprecherin Silke Krage derDeutschen Presse-Agentur dpa. Signiert hat er es etwa einen Monatspäter. Rund elf Jahre hatte der Leipziger Künstler mit seinenHelfern von den Vorentwürfen bis zur Fertigstellung des Riesenwerkesim Auftrag der DDR-Regierung gearbeitet.

Erst rund zwei Jahre später, kurz vor Ende der DDR, wurde dasMuseum eröffnet. Seither sahen mehr als zwei Millionen Besucher das monumentale Ölgemälde auf Leinwand. Tübke malte das Rundbild im Stilaltdeutscher Meister.

1973/74 hatte die DDR-Regierung aus Anlass des 450. Jahrestagesdes Deutschen Bauernkrieges beschlossen, auf dem einstigenSchlachtfeld eine Gedenkstätte zu bauen. Das Panorama sollte demrevolutionären Wirken Thomas Müntzers (um 1490-1525) gewidmet sein.Tübke dagegen sah es immer als Museum mit einem zentralen Bild ohnegetreue Abfolge der historischen Ereignisse. «Für ihn war es keinGeschichtslehrbuch, das auf den Bauernkrieg reduziert ist», sagte diestudierte Kunsterzieherin. In seiner Malerei habe er Grundthemen desmenschlichen Lebens und der Bibel aufgegriffen: Liebe und Hass,Geburt und Tod. «Dies macht sein Werk so zeitlos.» Tübke nannte dasPanorama-Bild einmal «ein Tagebuch seiner selbst, eingekleidet in diehistorischen Gewänder des 16. Jahrhunderts».

Auf dem Hausberg, dem heutigen Schlachtberg, hatten dieAufständischen am 15. Mai 1525 eine Wagenburg errichtet. Der TheologeMüntzer war ihr Feldprediger. Den fürstlichen Landsknechten gelang esdurch militärische Erfahrung und geschickte Verhandlungsführung, dieWagenburg einzukreisen. Beim Mittagsgebet der Aufständischen begannder Überfall der Söldner. Die überraschten Bauern und armen Städterkonnten keinen organisierten Widerstand entgegensetzen. Die meistenversuchten zu flüchten und wurden niedergemetzelt - 6 000Aufständische wurden getötet. Müntzer wurde gefangen, auf derWasserburg Heldrungen verhört, gefoltert und am 27. Mai 1525 vor denToren Mühlhausens hingerichtet.

Das Panoroma Museum setzt einen weiteren Schwerpunkt aufSonderschauen mit Werken zeitgenössischer Künstler, die im Stil derRenaissance aktuelle Themen aufgreifen.