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Zeitungen und Zeitschriften Zeitungen und Zeitschriften: Händler wollen auf Kaffeebechern und Brötchentüten werben

11.09.2007, 16:00

Baden-Baden/dpa. - Während mit den bedruckten Bechern und Tüten vor allem in Bäckereien oderTankstellen Kunden angesprochen werden sollen, will der Bundesverband Presse-Grosso mit kostenlosen Plakaten und auf Flachbildschirmen auch bei anderen Einzelhändlern für das Lesen von Zeitschriften undZeitungen werben. «Wir haben gute Ware, wir müssen sie nur wiederstärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen», sagte derVerbandsvorsitzende Werner Schiessl bei einer Verbandstagung amDienstag in Baden-Baden.

Im Presse-Grosso (Köln) sind 61 der bundesweit 75 Großhändlerorganisiert. Sie beziehen ihre Ware von den Verlagen und liefern anden Einzelhandel. Die Großhändler versorgen täglich rund 120 000Verkaufsstellen in Deutschland.

Sorge bereitet den Grossisten nach wie vor der Blick auf dieBilanz: Der Branchenumsatz lag im ersten Halbjahr 2007 bei 1,35Milliarden Euro, das sind 6,49 Prozent weniger als im ersten Halbjahr2006. Auch der Absatz an Zeitungen und Zeitschriften ging im selbenZeitraum um 4,2 Prozent auf etwa 1,49 Milliarden Exemplare zurück.«Ich kann mir aber vorstellen, dass wir auch dank der Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr wieder eine gewisse Stabilitäterreichen können», sagte Schiessl. Die Großhändler seien derzeit nochkeine Nutznießer des Wirtschaftsaufschwungs. «Die Presse gehört zuden Gruppen, die bei einer steigenden Konjunktur erst späterprofitiert.»

Schiessl kennt zahlreiche Gründe für den sinkenden Absatz. «DasZeitbudget für Zeitschriften ist oft gar nicht mehr da», sagteSchiessl. Außerdem investierten immer mehr junge Menschen ihr Geldfür einen wachsenden Markt von Produkten wie Handys oder würden durchihr Umfeld nicht zum Kauf animiert.

Auch die starke Online-Konkurrenz hat im laufenden Jahr auf dieGeschäftszahlen der Großhändler gedrückt. «Es wird nicht mehrgelehrt, sich intensiv zu informieren», sagte Schiessl zumInternetangebot der Verlage. «Wir wollen deshalb stärker daraufhinweisen, dass es besser ist, sich umfassend zu informieren.»Außerdem müsse versucht werden, die Nutzer bestimmter Internetseitenvon Verlagen wieder an die Zeitschriften dieser Unternehmen zuführen.

Die Schulen sollen weiterhin mit kostenlosen Zeitungspaketen fürden Unterricht versorgt werden. Die Aktion «Zeitschriften in dieSchulen» habe seit 2004 insgesamt 13 000 Schulen mit 46 000 KlassenMaterial angeboten. Der Bedarf sei nach wie vor groß, die Unkenntnisder Jungen und Mädchen ebenfalls. «Tatsächlich ist vielen nichtbekannt, wie viele Zeitschriften es eigentlich gibt», sagteMarketing-Vorstand Frank Nolte.