Porträt: Walter Mixa
Augsburg/dpa. - Walter Mixa, katholischer Bischof von Augsburg und deutscher Militärbischof, hat stets polarisiert. Der zu barockem Prunk neigende Bischof war bei den Gläubigen aber lange Zeit beliebt.
Nach Vorwürfen, er habe Tätlichkeiten gegen Kinder geleugnet und Stiftungsgelder zulasten von Waisenkindern zweckentfremdet, wendete sich das Blatt. Mixa sah sich von allen Seiten mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Als ihn dann auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zu einer Amtspause drängte, machte Mixa reinen Tisch und reichte beim Papst sein Rücktrittsgesuch ein.
Mixa hat oft für Aufsehen gesorgt. Durch die Familienpolitik der früheren schwarz-roten Bundesregierung sah er Mütter zu «Gebärmaschinen» herabgewürdigt. Für Empörung sorgten seine Äußerungen, zwischen der «sogenannten sexuellen Revolution» und dem Missbrauch von Kindern durch katholische Priester bestehe ein Zusammenhang. Und den Holocaust an den Juden und Abtreibungen nannte er in einem Atemzug. Neben dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller und dem Kölner Kardinal Joachim Meisner gilt Mixa als Hardliner unter den deutschen Bischöfen.
Mixa wurde am 25. April 1941 in Königshütte in Oberschlesien geboren und musste als Kind 1945 aus seiner Heimat fliehen. Er studierte in Dillingen und Fribourg/Schweiz Theologie und wurde 1970 zum Priester geweiht. 1975 wurde er dann zum Stadtpfarrer von Schrobenhausen. In diese Zeit fallen die Vorwürfe körperlicher Misshandlungen und finanzieller Unregelmäßigkeiten.
Im Jahr 1996 wurde er zum Bischof von Eichstätt, im August 2000 zum katholischen Militärbischof ernannt. Im Juli 2005 berief ihn Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Augsburg.