Porträt: Kajo Wasserhövel
Berlin/dpa. - Kajo Wasserhövel, der neue Bundesgeschäftsführer der SPD, gilt in seiner Partei als hervorragender Organisator.
Der heute 46-Jährige hatte das Amt schon einmal inne: Unter dem damaligen und künftigen Parteichef Franz Müntefering zog er zwischen März 2004 und Oktober 2005 in der Berliner Parteizentrale wichtige Fäden. Öffentlicher Aufmerksamkeit ging er lieber aus dem Weg.
Er war für Müntefering der wichtige Mann im Hintergrund. In der ersten Reihe sah man ihn kaum. Jahrelang stand er bei SPD- Veranstaltungen im dunklen Anzug unauffällig meist hinten im Saal und lauschte den Reden von Parteigrößen. Karl-Josef Wasserhövel, genannt Kajo, galt nicht gerade als Prototyp für das Rampenlicht - eher schon als «graue Eminenz». Auch unangenehme Aufgaben erledigte er für Müntefering stets lautlos.
Bereits vor seiner Zeit als Bundesgeschäftsführer war der in Aachen geborene und in Bocholt aufgewachsene undogmatische Linke im Willy-Brandt-Haus kein Unbekannter. Dort hatte der Historiker und zweifache Familienvater zusammen mit seinem Vorvorgänger Matthias Machnig und dem späteren Berliner Senatssprecher Michael Donnermeyer - «Müntes Boygroup» - bereits erfolgreich Wahlkämpfe organisiert und damit begonnen, die Parteiarbeit zu modernisieren.
Müntefering wollte seinen Vertrauten nach der Bundestagswahl 2005 zum SPD-Generalsekretär machen, stieß aber auf heftigen Widerstand im Parteivorstand. Dieser wollte mehrheitlich die Bundestagsabgeordnete und heutige Partei-Vize Andrea Nahles auf dem Posten sehen. Das Scheitern seines Wunschkandidaten Wasserhövel in einer Kampfabstimmung in der Vorstandssitzung veranlasste Müntefering zum Rückzug vom SPD-Vorsitz.
Wasserhövel folgte seinem Mentor, dem er zuvor schon jahrelang als Redenschreiber im Düsseldorfer Arbeitsministerium, als Büroleiter in den SPD-Zentralen in Bonn und Berlin, im Bundesverkehrsministerium und im Bundestag gedient hatte, dann als beamteter Staatssekretär ins Bundesarbeitsministerium. Dort blieb er auch, als Müntefering sich wegen der Krankheit seiner Frau vorübergehend aus der ersten Reihe der Bundespolitik zurückzog.