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Sitzblockade in Dresden aufgelöst Pegida in Dresden hilft der Polizei bei Auflösung von Sitzblockade

Von Bernhard Honnigfort 23.02.2017, 09:42
Pegida-Aufmarsch in Dresden (Symbolbild)
Pegida-Aufmarsch in Dresden (Symbolbild) dpa-Zentralbild

Dresden - Pegida-Anhänger haben Montagabend in Dresden offensichtlich Polizisten geholfen, eine Sitzblockade von Gegendemonstranten aufzulösen. Um wie viele Fälle es geht, ist unklar, aber die Polizeidirektion Dresden bestätigte derlei Vorkomnisse grundsätzlich. Polizeisprecher Mario Laske nannte das Handeln der Kollegen von der sächsischen Bereitschaftspolizei „unglücklich“.

Nun wird die Angelegenheit rechtlich geprüft. „Wenn es keine Polizisten sind, hätte die Polizei dies unterbinden müssen“, sagte bereits am Dienstag der Grünen-Landtagsabgeordnete Valentin Lippmann, als noch unklar war, ob es sich bei den Personen um Pegidisten oder vielleicht Polizisten in Zivil gehandelt haben könnte.

Im Einzelnen ist ein Vorfall belegt, er soll so abgelaufen sein: Montagabend trafen sich rund 2000 Pegida-Anhänger in der Dresdner Innenstadt zur üblichen Kundgebung nebst „Spaziergang“. Es gab eine größere Sitzblockade von Gegendemonstranten und eine kleinere mit nur drei Personen. Es gibt einen Videomitschnitt von „Streetcoverage“, auf dem zwei Pegida-Anhänger zu sehen sind.

Einer in weißer Jacke zerrt einen Sitzblockierer von der Straße, während ein Polizist mit der Hand in der Tasche direkt daneben steht und sich das Spektakel anschaut. Das dauert nur wenige Augenblicke, dann kommen mehrere Polizisten dazu und befördern die anderen Blockierer auch aus dem Weg.

In sozialen Netzwerken wollen Leute den Mann in der weißen Jacke eindeutig erkannt haben. Es soll ein bekennender Pegida-Anhänger sein, der dort auch als Ordner aufgetreten sein soll. Auf Facebook soll es Bilder geben, die ihn neben Pegida-Vize Sigfried Däbritz zeigen.

Die Pressestelle der Polizei hatte zu dem Vorfall weiter erklärt, „Einsatzlagen“ wie bei der Demonstration am Montag würden „sehr dynamisch“ verlaufen und Polizisten müssten oft sehr schnell Entscheidungen treffen. „Es war nicht sofort zu erkennen, dass sie unterschiedlichen politischen Lagern angehörten“, so Polizeisprecher Laske.

Die Beamten hätten die Störung so schnell wie möglich beseitigen wollen. „Im Nachgang betrachtet, stellt sich das Handeln der Einsatzbeamten als unglücklich dar und wird mit ihnen nachbereitet.“

Ermittlungen gegen Gegendemonstranten

Ermittelt wird seit Montag allerdings gegen 30 Pegida-Gegner und Sitzblockierer wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Die Polizei stellte außerdem Ampullen mit stinkenden Flüssigkeiten sicher, wie sie von Pegidisten auf Gegendemonstranten geworfen worden sein sollen.