Klimakonferenz in Bali Klimakonferenz in Bali: USA, Japan und Kanada werden als Bremser kritisiert
Nusa Dua/dpa. - Sie hätten bislangin allen Verhandlungsrunden versucht, ehrgeizige Ziele und konkreteZusagen abzuwürgen, sagte die Vorsitzende der Umweltorganisation«Friends of the Earth», Meena Raman, am Mittwoch in Nusa Dua aufBali. Selbst die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zu konkreten Fragendes Technologietransfers sei auf ihren Widerstand gestoßen. Die Industrieländer hätten sich schon vor Jahren verpflichtet, den armenLändern mit sauberen Technologien zu besserer Energienutzung zuverhelfen, doch seien die Zusagen bis heute nicht eingehalten.
«Wenn so klar ist, dass die Industrieländer ihre Verpflichtungennicht einhalten, wie kann man dann von den Entwicklungsländernerwarten, dass sie eigene Beiträge zum Klimaschutz leisten?», sagteRaman. Unter den Kyoto-Vereinbarungen sei festgehalten, dass dieEntwicklungsländer dafür auf den Technologietransfer angewiesenseien. «Wir sind skeptisch, ob die Industrieländer den Klimawandelwirklich als Topthema betrachten.» Die USA wollen einem neuenKlimaschutzvertrag nur zustimmen, wenn darin auch dieEntwicklungsländer zum Klimaschutz verpflichtet werden. DasKyoto-Protokoll sieht nur Emissionssenkungen für Industrieländer vor.
Der Europa-Direktor des Umweltgruppenverbandes «Climate ActionNetwork» verlangte klare Zusagen auch von den USA, Japan und Kanadazu dem Ziel, die Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent unter dasNiveau von 1990 zu senken. Das war die Empfehlung einesVorbereitungstreffens der Bali-Konferenz in Wien. «Wenn wir hiereinen Fahrplan für neue Klimaverhandlungen aufstellen, müssen wirauch festlegen, wo die Reise hingeht», sagte Matthias Duwe.