Ernst Uhrlau Ernst Uhrlau: Druck auf den BND-Präsidenten

BERLIN/MZ/MDC. - Der Name werde seiteinem halben Jahr gehandelt, heißt es. Derinnenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,Hans-Peter Uhl, bestätigte der MZ auf eineentsprechende Frage: "Ja, natürlich." Dassei richtig. "Aber wenn ich den Namen nenne,dann kommt er nicht mehr in Betracht." Dieparteipolitische Zugehörigkeit sei jedenfalls"zweitrangig". Uhl erneuerte vor dem Hintergrunddes Verschwindens der Baupläne für die neueBND-Zentrale in Berlin die Kritik an BND-PräsidentUhrlau: "Dass er die Lage falsch eingeschätzthat, ist offensichtlich." Der 64-Jährige habedie Gefährlichkeit von Plänen bewertet, dieer gar nicht kenne. "Das ist natürlich unseriösund holt ihn jetzt ein." Allerdings liegees nahe, dem BND-Präsidenten den Rest seinerknapp halbjährigen Amtszeit noch zu gönnen,anstatt ihn vorzeitig abzusetzen. RegierungssprecherSteffen Seibert betonte am Montag in Berlin,anders als der CDU-Innenpolitiker WolfgangBosbach, habe die Bundesregierung weiterhinVertrauen zu Uhrlau. SPD-Innenexperte DieterWiefelspütz wies derweilen die jüngsten Angriffevon Unions-Politikern auf Uhrlau zurück. "Dasist eine bösartige parteipolitische Instrumentalisierung",sagte er der MZ. Man wolle "jemanden diskreditieren,von dem jeder im politischen Berlin weiß,dass er Sozialdemokrat ist". Das sei "ziemlichdurchsichtig". Die Affäre um die Bauplänewerde somit "völlig überschätzt", so Wiefelspütz.