Fachhochschule Magdeburg-Stendal Fachhochschule Magdeburg-Stendal: Theorie endet in Praxis
Halle/mz-web. - Am vergangenen Samstag wurden die drei Studentinnen, die zum Teil sogar noch vor ihrem Abschluss des Journalistik/Medienmanagement-Studiums an der Hochschule Magdeburg-Stendal stehen, auf dem Landespresseball in Halle mit dem Journalisten-Nachwuchspreis Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.
Den mit 2000 Euro dotierten Preis erhielt das Trio für den Fernsehbeitrag „Familie und Beruf“, in dem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Städtischen Klinikum Dessau steht im Mittelpunkt steht. Mit dem Feature überzeugten sie die Jury, die aus Vertreter der in Sachsen-Anhalt ansässigen Medien wie der Mitteldeutschen Zeitung, dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) oder der Deutschen Presseagentur bestand, vor allem deshalb, weil es den Studentinnen gelang, Zusammenhänge von Wirtschaft und Sozialem authentisch und glaubhaft darzustellen.
Ein Semester lang arbeiteten die Volkmann, Otto und Kiauka an dem Beitrag, den sie bei der Ottonia Media, einer Produktionsfirma des MDRs, schneiden durften. Im März vergangenen Jahres erfolgte die Ausstrahlung im MDR-Magazin „Sachsen-Anhalt spezial“. „Es war unsere erste lange Reportage“, sagt Eva-Luise Volkmann. Entstanden ist das preisgekrönte Projekt im Rahmen eines Seminars bei Professor Lew Hohmann, der selbst seit Jahren als Autor und Regisseur für den MDR arbeitet. Zudem war auch die Zusammenarbeit mit der Redaktionsleiterin des Regional-Magazins Katrin Hartig essentiell, denn durch sie wurde später die Preiseinreichung initiiert.
„Die Idee für den Film kam uns durch den Artikel `Den Deutschen fehlt der Wunsch zum Kind`. Zeitgleich haben wir gelesen, dass Sachsen-Anhalt eines der kinderfreundlichsten Bundesländer ist“, erzählt Volkmann. Die 27-Jährige wollte mit dem Beitrag eine Geschichte erzählen. Dabei half ihr ihre Neugier und der scharfe Blick. „Der Fernseh-Journalismus gibt mir die Möglichkeit, Bilder, Sprache und Menschen aufzuspüren“, erzählt die Studentin, die derzeit an ihrer Diplomarbeit schreibt. Den ersten Schritt in Richtung Berufsleben hat sie bereits gewagt: Unter dem Namen „blende39“ gründete sie im Juni 2006 gemeinsam mit drei Freunden eine Firma für Film- und TV Produktionen, ansässig in Magdeburg.
„Sei es in Seminaren, Projekten, eigenen Film- und TV-Produktionen, einem hochschuleigenen TV-Magazin oder in den zahlreichen individuellen Praktika im In- und Ausland - die Möglichkeiten, an der Fachhochschule Magdeburg-Stendal praktische Erfahrung zu sammeln, sind zahlreich“, sagt Ulrike Otto. Neben dem Studium, das die 23-Jährige bereits Ende vergangenen Jahres erfolgreich abgeschlossen hat, war sie freiberuflich als Redaktionsassistentin tätig.
Und auch Nachwuchsjournalistin Kristina Kiauka stellte die Weichen schon während ihres Studiums auf Praxis. Sie belegte vor allem solche Seminare, in denen sie sich „journalistisch austoben“ konnte. „Immer wieder hat es sich für mich gelohnt, kleine und eher ungewöhnliche Seminare und Praktikumsadressen zu wählen. Ich habe aber auch kein Geheimrezept. Es ist eine Mischung aus Ausprobieren, dem Annehmen von Kritik und Tipps und natürlich die Ohren offen halten für Neues“, sagt die 24-Jährige, die auf diese Art auch auf ihr Volontariat beim Institut zur Förderung journalistischen Nachwuchses gestoßen ist. „Meine Ausbildungsredaktion ist das domradio in Köln“, sagt sie und macht gleichzeitig deutlich, dass sie sich im Gegensatz zu ihren beiden ehemaligen Kommilitoninnen künftig zunehmend in Richtung Radio orientieren will.
Die drei Magdeburger Studentinnen haben es vorgemacht: Praxisbezogene Ausbildung im Medienbereich kann Studenten helfen, früh eigene Wege in die Branche zu finden und im besten Fall sogar als „journalistisch herausragend“ ausgezeichnete Arbeiten hervorbringen zu können.