Ernährungsbranche Ernährungsbranche: Frischli schafft Platz für Leckermäulchen

Weißenfels/MZ. - Auch wenn die Molkerei-MarkeLeckermäulchen für gesunde Ernährung und schlankeGenießer steht - im herstellenden Betriebselbst geht sie tüchtig in die Breite. IhrPlatzbedarf hat so zugenommen, dass sich dasManagement der Frischli Milchwerk WeißenfelsGmbH zum Neubau einer Produktionshalle entschloss.
Das Objekt, das am Mittwoch eingeweiht wurde,ist mit seinen supermodernen Abfüll-Linienzum neuen Domizil für die H-Milch-Streckedes Unternehmens geworden. Rund 7000 Packungenpro Stunde werden ausgestoßen. "Damit habenwir in der alten Halle mehr Platz für unserLeckermäulchen gewonnen", erläuterte GeschäftsführerDieter Gorzki.
Die Marke "Leckermäulchen", den Ostdeutschenwohl bekannt, hat seit ihrer Wiederbelebungim Jahre 1995 die Kühlregale der Supermärkteim Sturm erobert. Und zwar auf breiter Front,denn die Weißenfelser Firma offeriert unterdem Logo der kessen Göre, die sich genussvollden Mundwinkel leckt, mittlerweile 17 SortenQuark sowie zwei Frucht-Puddinge. Die rund35 Millionen Becher, die 2003 verkauft wurden(20Prozent mehr als im Jahr davor) zeigen,dass Frischli mit diesem Sortiment den Geschmackder Kunden getroffen hat. Vieles spreche dafür,dass in diesem Jahr sogar die 40-Millionen-Becher-Grenzeübertroffen werde, so Gorzki.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident WolfgangBöhmer lobte das Unternehmen, das zur anhaltendpositiven Entwicklung der Ernährungswirtschaftdes Landes erfolgreich beitrage. Der CDU-Politikerwürdigte insbesondere, dass es gelungen sei,mit "einer Marke von hier" bei den Handelskettengelistet worden zu sein.
Rudolf Hilker, Aufsichtsratsvorsitzender derFrischli-Gruppe, hatte zuvor die Erfolgsgeschichtedes Weißenfelser Unternehmens anhand von Faktennachgezeichnet. Seit der Privatisierung imJahre 1990 seien rund 40 Millionen Euro investiertworden. Gleichzeitig habe sich die Zahl derMitarbeiter von 67 auf knapp 120 erhöht. Hilkerhob besonders "das Wachstum aus eigener Krafthervor". Auch der Hallenneubau und die angeschafftenAutomaten seien - von Fördermitteln abgesehen- aus dem Gewinn finanziert worden. "Die Tatsache,dass ich keine Banken zu begrüßen habe, bitteich als positives Zeichen zu bewerten", sagteer in seiner Ansprache und hatte damit dieLacher auf seiner Seite.
Sorgen bereiten der Frischli-Geschäftsführungder Preisverfall bei Molkereiprodukten unddie aktuelle Agrarpolitik. Böhmer zeigte Verständnisdafür, dass die EU angesichts der Milch-Überkapazitätenvon 20 Prozent Subventionen in Frage stelle.Kritisch merkte er aber an, dass die Bundesregierung"immer noch ein bisschen besser" sein wolle,als Brüssel fordere. So schieße sie mit ihrerUmweltpolitik, die auch den Milcherzeugernund -verarbeitern Fesseln anlege, über dasZiel hinaus, monierte der Ministerpräsident.