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Burgenlandbahn Burgenlandbahn: Triebwagen rast führerlos nach Querfurt

Von Gert Glowinski 10.12.2008, 16:06

MERSEBURG/MZ. - Der Zug hatte sichvon selbst im Bahnhof in Merseburg in Bewegunggesetzt, Passagiere oder Lokführer waren nichtan Bord. Erst wenige Kilometer vor Querfurtkam der Triebwagen zum Stehen. Bis dahin passierteder Zug mehrere Bahnübergänge, die alle durchSchranken gesichert sind. Nach Angaben derBundespolizei waren Menschen nicht unmittelbarin Gefahr. "Unsere Ermittlungen laufen", soSprecherin Bianca Etzold.

Spezialisten des Eisenbahnbundesamtes untersuchenderzeit den Triebwagen. "Es wird geprüft,ob ein technischer Defekt oder menschlichesVersagen verantwortlich sind", sagte Bahn-SprecherJörg Bönisch. Die Bahn habe keineNotwendigkeit gesehen, die Öffentlichkeitzu informieren. Man habe am Montag sofortalles unternommen, damit bei der Geisterfahrtkeine weitere Gefährdung von dem führerlosenZug ausgehen konnte. Ob der Vorfall weit reichendeKonsequenzen für den Einsatz der betroffenenBaureihe VT 672 habe, könne erst nach derPrüfung durch das Bundesamtes gesagt werden.

Der Zwischenfall hatte sich am Montag im Berufsverkehrereignet. Zwei zusammenhängende Triebwagenwaren kurz vor 7 Uhr in den Merseburger Bahnhofeingefahren. Nach dem Entkuppeln beschleunigteder hintere Wagen plötzlich. Mit welcher Geschwindigkeitder Zug unterwegs war, ist offen. Der Triebwagenkann bis zu 100 Kilometer pro Stunde fahren.Zum Stehen kam er offenbar nur wegen einesglücklichen Umstandes: Nahe Querfurt müssendie Züge eine Anhöhe überfahren. Der Triebwagenschaffte die Steigung nicht, rollte zurückund blieb stehen.

Die Züge der Baureihe wurden vor zehn Jahrengebaut und sind auf dem Streckennetz der Burgenlandbahnunterwegs. Vor zweieinhalb Jahren hatte manRisse im Boden einiger Triebwagen festgestellt.Nach einer Überprüfung wurden die Wagen wiederfreigegeben.