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  7. Flixbus-Unfall A9 in Sachsen: Verheerendes Unglück - Vier Tote, 35 Verletzte - Mit Video

Unfall auf A9 Mit Video: Verheerendes Flixbus-Unglück - Vier Tote, mehr als 30 Verletzte 

Zu einem schweren Bus-Unglück ist es auf der A9 kurz vor der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt gekommen. Es hat vier  Tote, zahlreiche Verletzte und einige Eingeklemmte gegeben. Die Fahrbahn war bei Wiedemar in beiden Richtungen mehrere Stunden voll gesperrt.

Aktualisiert: 28.03.2024, 11:01
Zu einem Busunglück mit einem Flixbus auf der A9 ist es kurz vor der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt in Sachsen gekommen. Es gab mehrere Tote. 
Zu einem Busunglück mit einem Flixbus auf der A9 ist es kurz vor der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt in Sachsen gekommen. Es gab mehrere Tote.  Foto: Marvin Matzulla

Wiedemar/DUR. - Zu einem Unglück mit einem Flixbus ist es gegen 10 Uhr bei Wiedemar kurz vor der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt gekommen. Es gab vier Toteund 35  Verletzte, mehrere davon eingeklemmt in dem Bus.

Die Polizei hatte am Mittwoch zunächst von fünf Todesopfern  ´und über 40 Verletzten gesprochen, korrigierte diese Angaben in der Nacht jedoch.

 
Update 27.03.2024,18 Uhr: Schwerer Unfall auf der A9 mit Flixbus - mit Statement vom Innenminister (Kamera: Marvin Matzulla, Schnitt: Anna Lena Giesert)

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Der Reisebus mit der Liniennummer 234 war auf dem Weg von Berlin nach Zürich in einen Unfall verwickelt worden, heißt es von Seiten des Unternehmens Flixbus. An Bord seien 53 Fahrgäste und zwei Fahrer gewesen. Die Polizei sprach in der Nacht von 52 Fahrgästen an Bord.

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Schwerer Unfall mit einem Flixbus auf der A9 in Sachsen: Der verunglückte Flixbus liegt in einer Grünfläche neben der Autobahn 9.
Schwerer Unfall mit einem Flixbus auf der A9 in Sachsen: Der verunglückte Flixbus liegt in einer Grünfläche neben der Autobahn 9.
Foto: Marvin Matzulla

Zu dem Unfall, der sich auf sächsischem Landesgebiet ereignete, waren auch Einsatzkräfte aus Halle und dem Saalekreis unterwegs.

Erst nach drei Stunden konnte der verunglückte Bus mithilfe von Gurten aufgerichtet und mehrere Tote aus dem Innenraum geholt werden. Dabei schirmten mobile Sichtschutzwände die Aktion ab.  Mindestens ein Todesopfer soll unter dem Bus eingeklemmt gewesen sein. Gegen 16 Uhr begann die endgültige Bergung des Busses. Die Bergungsarbeiten zogen sich bis in die Abendstunden hin.

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Auf der A9 ist es zu einem Busunfall mit einem Flixbus gekommen. Zahlreiche Rettungskräfte waren vor Ort. Die autobahn wurde gesperrt. 
Auf der A9 ist es zu einem Busunfall mit einem Flixbus gekommen. Zahlreiche Rettungskräfte waren vor Ort. Die autobahn wurde gesperrt. 
Foto: Tom Musche

Auch sieben Rettungshubschrauber waren im Einsatz an der Unfallstelle. Die Polizei in Sachsen hatte das Geschehen vor Ort im Blick: "Zahlreiche Rettungskräfte kümmern sich vor Ort um Verletzte", hieß es auf dem X-Account ´(vormals Twitter) der Beamten.

Gegen Mittag wurde offiziell bestätigt, dass es bei dem Bus-Unglück mehrere Tote gab. Der Fahrer des verunglückten Reisebusses auf der A9 ist nach Angabe der Polizei nicht unter den Todesopfern. Details zum Gesundheitszustandes wurden nicht genannt.

Der Fahrer soll nach Angaben des Busunternehmens alle Lenk- und Ruhezeiten eingehalten haben. „An Bord waren zwei Fahrer, der Fahrer im Einsatz steuerte den Bus seit der Abfahrt in Berlin um 8 Uhr“, teilte ein Sprecher mit.

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Retter zufällig schnell vor Ort: Feuerwehrleute aus dem Saarland kommen als Ersthelfer zum Einsatz 

Laut eines unbestätigten Medienberichts hatte nur kurz darauf ein weiterer Reisebus mit einer Gruppe von Feuerwehrleuten aus dem Saarland die Unfallstelle erreicht. Diese kamen demnach von einem Betriebsausflug aus Berlin und stoppten sofort, um den Verunglückten Hilfe zu leisten.

Wie es heißt, hätten die Saarländer Feuerwehrleute Verletzte aus dem Unglücksbus befreit und sie dann bereits nach Grad der Schwere ihrer Verletzungen eingeteilt und sortiert, noch bevor die offiziellen Rettungskräfte am Unfallort eintrafen.

Krankenhäuser und Kliniken in der Umgebung hatten sich auf Verletzte und Schwerverletzte vorbereiten können. Schockräume und OP-Säle seien für die Unfallopfer blockiert worden.

Großeinsatz auf der A9 bei Wiedemar wegen des Flixbus-Unglücks.
Großeinsatz auf der A9 bei Wiedemar wegen des Flixbus-Unglücks.
Foto: Marvin Matzulla

Auch das Unfallkrankenhaus Bergmannstrost in Halle bereitete sich auf Nachfrage auf die Versorgung von Verletzten vor. "Inzwischen sind 16 Patienten zu uns gekommen – alle nur leicht verletzt. Mehr als Schnitt- und Schürfwunden sowie Prellungen und  Gehirnerschütterungen wurden bisher nicht diagnostiziert. Alle Patienten werden einer gründlichen Untersuchung unterzogen, die man bei solchen Unfällen generell macht: Tut etwas weh, ist jemandem schwindelig, gibt es sonstige Auffälligkeiten. Auch unsere Psychologen und Krankenhaus-Seelsorger waren zur Betreuung der Patienten im Einsatz", sagte Bergmannstrost-Sprecherin Susann Winter der MZ.

 
Auf der A9 ist es zu einem schweren Unfall mit einem Flixbus gekommen. (Kamera: Marvin Matzulla, Schnitt: Anna Lena Giesert)

Bisher unbestätigten Angaben zufolge soll mindestens ein schwerer Verletzter in die Uniklinik Halle geflogen worden sein.

Tödlicher Busunfall auf der A9 in Sachsen: Der Flixbus landete auf dem Grünstreifen neben der A9 bei Wiedemar.
Tödlicher Busunfall auf der A9 in Sachsen: Der Flixbus landete auf dem Grünstreifen neben der A9 bei Wiedemar.
Foto: Marvin Matzulla

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Der doppelstöckige Reisebus war offenbar auf gerader Strecke aus noch unbekannter Ursache rechts von der Fahrbahn abgekommen sein. Dann raste das Fahrzeug noch knapp 100 Meter über den Grünstreifen, walzte Gebüsche sowie kleinere Bäume nieder und stürzte schließlich auf die Seite. An dem Unfall war wohl kein anderes Fahrzeug beteiligt, betonte ein Polizeisprecher.

Tödlicher Unfall: Ein Flixbus ist auf dem Weg von Berlin nach Zürich von der Autobahn 9 abgekommen.
Tödlicher Unfall: Ein Flixbus ist auf dem Weg von Berlin nach Zürich von der Autobahn 9 abgekommen.
Foto: Marvin Matzulla

Die A9 zwischen Wiedemar und dem Schkeuditzer Kreuz wurde in beide Richtungen voll gesperrt. Die Fahrspur in Richtung Berlin wurde laut Polizei am frühen Nachmittag wieder freigegeben, die Strecke nach München blieb vorerst gesperrt.

Mehrere Tote nach einem Flixbus-Unfall auf der A9: Sachsens Innenminister Armin Schuster am Einsatzort.
Mehrere Tote nach einem Flixbus-Unfall auf der A9: Sachsens Innenminister Armin Schuster am Einsatzort.
Foto: Marvin Matzulla

Nach dem Unfall auf der A9 bei Leipzig hat sich Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig bestürzt gezeigt. „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und Verletzten. Ich danke den vielen Einsatzkräften vor Ort, die schnelle Hilfe leisten“, sagte der SPD-Politiker.

Auch Flixbus drückt sein Bedauern aus: „Unsere Gedanken sind bei allen von diesem Unfall Betroffenen und ihren Angehörigen.“

Die Polizei hat unter der Rufnummer 0341/96646666 ein Info-Telefon für Hinweise zum Unfallhergang sowie für Fragen Angehöriger eingerichtet.